Wilfried Wieck 

 

Liebe Mutter,

du tust mir nicht gut

 

Söhne schreiben an ihre Mutter 

Meine Tochter und ich.
Ein Vater will erwachsen werden
 
(1994)
 

kreuzverlag.de 

Wilfried Wieck :  Liebe Mutter, du tust mir nicht gut  (2000)  Söhne schreiben an ihre Mutter  - 

1998     175 Seiten 

Wikipedia.Autor  *1938 in Berlin bis 2000 (62)

DNB.Buch    DNB Autor

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detopia:

Psychobuch 

Mehr.Wieck   Sterbejahr    W.htm  

M.Reinhold    A.Janov   H.Maaz   A.Miller  

Rilke

 

 

Inhalt

Einleitung: Mythos Mutterliebe  (9)

1998 im Kröning Verlag Berlin 
2000 im Kreuz-Verlag Zürich
Redaktion: Andrea Nagl    
Umschlagbild: Rene Magritte 1898-1967, Rena a la fenetre (Christie's London)

 

Was denken Männer über ihre Mutter, wenn sie wirklich ehrlich sind?  Wenig Gutes!  

Wilfried Wieck, Psychologe in Berlin, hat eine Reihe von Männern aufschreiben lassen, was sie ihren Müttern gerne sagen würden: Was sie falsch gemacht haben, womit sie ihre Söhne verletzten, was sie anders hätten machen können. Ein provokantes Buch, anregend, überzeichnend, Widerspruch fordernd — eindrückliche Dokumente gescheiterter Liebesbeziehungen. 

Dr. Wilfried Wieck ist Psychologe und Autor in Berlin. Seine Bücher Männer lassen lieben und Wenn Männer lieben lernen waren monatelang auf den Bestsellerlisten und machten ihn einem breiten Publikum bekannt. 


 

Die Briefe sind gruppiert nach wesentlichen Aspekten, welche die Beziehungen zwischen Müttern und Söhnen problematisieren. Natürlich enthalten die meisten Briefe mehrere Aspekte, doch im Interesse unserer Leser und Leserinnen wollte ich eine gewisse inhaltliche Gliederung anbieten. Die einzelnen Briefe sind bewusst nicht kommentiert und selbst­ver­ständlich nicht zensiert. 

Der Umfang des Buches hat mich lediglich gezwungen, einige Briefe zu kürzen. Dabei habe ich darauf geachtet, dass der Inhalt nicht verfälscht wird. Auslassungen sind mit drei Punkten ... gekennzeichnet. Ein Teil der Männer veröffentlicht unter Pseudonym, andere gehen mit ihrem eigenen Namen an die Öffentlichkeit. 

Die Gedanken, Methoden und Anregungen in diesem Buch stellen die Meinung beziehungsweise die Erfahrungen des Verfassers dar. Sie wurden vom Autor nach bestem Wissen erstellt und mit größtmöglicher Sorgfalt überprüft. Sie bieten jedoch keinesfalls Ersatz für kompetenten ärztlichen oder therapeutischen Rat. Daher erfolgen Angaben in diesem Buch ohne jegliche Gewährleistung oder Garantie des Verlages oder des Autors. Eine Haftung des Verlages oder des Autors für etwaige Personen-, Sach- oder Vermögensschäden ist ausgeschlossen, es sei denn im Falle grober Fahrlässigkeit.  (Wilfried Wieck)

    Erst bekam ich Schläge, dann hast du geweint  Joachim (15)  

 

    Ich besuche dich nicht, weil ich nicht weiß, was ich dort soll  Sven (23)  

 

Ich habe immer alles für dich getan  (25)   

  • Werde endlich wach und kümmere dich um dich  (27)   Kurt

  • Ich hörte dir immer zu, aber du mir nicht  (30)  Johannes

  • Du nimmst mich überhaupt nicht ernst  (39) Carsten

  • Nicht ich bringe dich ins Grab  (43)  Christian

  • Du hast mir mein Leben ausgesaugt, du hast es mir gestohlen  (47)  Heiner

Wenn Mütter grenzenlos lieben  (51)  

  • Ich weiß besser als du, was mir gut tut  (52)  Andreas

  • Mit deinen kranken Gedanken hast du mich manipuliert  (59)   Harry

  • Du hast kein Recht auf mich, ich bin nicht dein Eigentum  (63)  Joachim

  • Erst die Distanz macht die Auseinandersetzung mit dir, Mutter, möglich  (72)  Felix

Die überforderten Retter  (83)  

  • Stimmungen gegenüber meiner Mutter  (84) Niklas

  • Fast wäre ich an dir erstickt  (86)  Klaus

  • Deine Duldung der Gewalt meines Vaters gegen dich war Gewalt gegen mich  (93)  Karl 

  • Bleib du wenigstens bei mir  (99)  Rainer

  • Ich wollte dich glücklich machen, deswegen wünschte ich mir manchmal den Tod (106) Frank 

Die Angst vor dem erwachsenen Sohn  (109) 

  • Du hast mir oft damit gedroht, dich mit mir vor die U-Bahn zu werfen  (112)   Helmut

  • Ich war der Sinn deines Lebens, darum hast du mich gefügig gemacht  (118)   Max

  • Du tust mir leid, aber ich kann dir nicht helfen, aus dem Leben zu scheiden  (128)  Harry

Die zärtliche Gewalt  (139)  

 


 

Ein wichtiges Männerbuch   29.1.2007     Von Holger aus Petershagen 

Männer zeigen Gefühle und sprechen sie hier endlich aus: es geht um das Leiden an der eigenen Mutter, um das Eingestehen von Wut und Trauer über den (nicht nur körperlichen, sondern gerade psychischen) Missbrauch durch die eigene Mutter, um die enttäuschte Liebe des kleinen Jungen, und um Verletzungen, die so viele von uns Männern bis heute (unbewusst) quälen. Dieses Buch zeigt keine Lösungen auf, bietet keine Therapien an; es stellt einfach die Auseinandersetzung gestandener Männer mit ihrer Mutter in Briefform dar, ungefiltert, ungeschönt und sehr offen. Und als solches bilden diese Briefe für mich einen wichtigen Teilaspekt im seelischen Entwicklungsprozess des Mannes, der anfängt, sich mit seinen verletzten Gefühlen ernsthaft auseinander zusetzen und die alte verdrängte Wut, Angst und Ohnmacht gegenüber der Mutter (bzw. den Eltern) endlich zuzulassen und anzuschauen. Ich lege dieses Buch jedem Mann ans Herz, der sich ehrlich mit den Verletzungen seiner Kindheit auseinandersetzen möchte, um frei für sich und seine Partnerin zu werden. #

 

Engagierter Versuch     28.9.2002    Von rkling-hammer  

Dieses Buch ist schon verblüffend. Auf der einen Seite ist schockierend, welch schreckliche Beziehungsmuster manche Männer ihr Leben lang begleiten. Auf der andere Seite ist es aber vor allem erschütternd, wie wenig es vielen der Interviewten gelingt, sich von früheren Traumata zu lösen. Störend empfinde ich, dass der Autor dem ganzen Buch durch Kommentierungen einen verstärkenden Impuls gibt, der mir zeigt, dass er das Verhältnis zu seiner Mutter am wenigsten aller Berichtenden geklärt hat. #

 

 

 

Ach wehe, meine Mutter reißt mich ein.
Da hab ich Stein auf Stein zu mir gelegt,
und stand schon wie ein kleines Haus,
um das sich groß der Tag bewegt, sogar allein.
Nun kommt die Mutter, kommt und reißt mich ein.

Sie reißt mich ein, indem sie kommt und schaut.
Sie sieht es nicht, dass einer baut.
Sie geht mir mitten durch die Wand von Stein.
Ach wehe, meine Mutter reißt mich ein.

Die Vögel fliegen leichter um mich her.
Die fremden Hunde wissen: das ist der.
Nur einzig meine Mutter kennt es nicht,
mein langsam mehr gewordenes Gesicht.

Von ihr zu mir war nie ein warmer Wind.
Sie lebt nicht dorten, wo die Lüfte sind.
Sie liegt in einem hohen Herz-Verschlag
und Christus kommt und wäscht sie jeden Tag.

Rainer Maria Rilke: Gedichte 1910-1926

 

Aus Wikipedia-2019

 

1983 beginnt Wieck die patriarchatskritische Männerarbeit zu entwickeln. Zu diesem Thema sind von ihm zahlreiche Bücher erschienen. Davon wurde "Männer lassen lieben" in mehrere Sprachen übersetzt u. a. auf Polnisch, Italienisch, Niederländisch, Japanisch und Finnisch. Eine der Kernthesen des Buches ist, dass im Patriarchat Männer wichtige emotionale Beziehungs- und Gefühlsarbeit an Frauen delegieren. Dadurch würden sie sich der eigenen menschlichen Weiterentwicklung entziehen oder sie sogar aktiv verweigern, was ihre Bindungs-, Beziehungs- und Liebesfähigkeit häufig enorm einschränkt. Gleichzeitig versäumten sie durch diese Haltung die Auseinandersetzung mit Defiziten und Verletzungen aus der Kindheit. 

Die traditionelle Erziehung führe dazu, dass Weiblichkeit durch Nähe und Bindungsfähigkeit definiert wird, während Männer sich durch Distanz und Trennungsfähigkeit als männlich erleben. Weil Frauen darauf vorbereitet seien, diese emotionalen Defizite auszugleichen, führe das nicht nur zu der irrigen Annahme, dass Männer weniger bedürftig seien als Frauen, sondern auch zur Abwertung weiblicher Fähigkeiten und Werte.

Hierin wurzeln zahlreiche Konflikte in Paarbeziehungen bezüglich der Bedürfnisse nach Nähe und Distanz, Abhängigkeit und Unabhängigkeit. In Konfliktsituationen griffen Männer häufig auf die in ihrer eigenen Kindheit erfahrene Gewalt zurück oder verfallen in Schweigen, also eine Strategie des emotionalen Rückzugs, die bestehenden Probleme ungelöst zu lassen. Die Lösung werde den Frauen überlassen, die sich immer wieder den Männern zuwenden und für diese die mühsame Gefühlsarbeit übernehmen sollen. Besonders fatal sei die direkte Übertragung dieser Rollenvorbilder auf Kinder, denen dadurch gleichzeitig der Vater zu weit entfernt und abwesend, und denen die Mutter zu nah und überbeschützend vorkomme.

Es sei diese oft hingenommene Rolle der Mutter, die stellvertretend für den Vater das Kind tröstet oder die Ausbrüche des Vaters zu erklären oder zu entschuldigen Versuche, was in Wiecks Augen die Frauen ebenfalls zu Täterinnen werden lasse. Indem sie dem Mann beständig seine eigene emotionale Arbeit abnehme oder sein gewalttätiges Verhalten hinnehme, paktiere sie heimlich mit dem Patriarchen und stütze dieses System auf andere, aber ebenso wirkungsvolle Art wie die Männer. Die Frau werde durch ihre selbst verleugnende Haltung zur Mit-Täterin. Das patriarchale Arrangement der Geschlechter werde so zu einer Quelle von Frustration und Gewalt, welche sowohl in den privaten Beziehungen als auch innerhalb gesellschaftlicher Strukturen zu Leid und Zerstörung führe. Veränderung sei nur möglich, wenn zahlreiche Männer und Frauen bereit sind, ihre traditionell angeeigneten Rollenmuster zu hinterfragen, soziale Zwänge abzulegen, Neues auszuprobieren und an umfassenden Wachstumsprozessen gemeinsam interessiert sind.

 

 

 

 

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