Wolfgang

Harich 

 

 

Ökologie und
orthodoxe Opposition

 

Wikipedia.Autor
*1923 in Königsberg bis 1995 (72)

DNB.person

DNB name  (150)

DNB.nummer (100)

Bing.Autor   Goog.Autor 

 

detopia:

Umweltbuch   Utopiebuch 

H.htm   Pankowbuch

Sterbejahr 

 

 

 

1975  -   Kommunismus ohne Wachstum

1975

Kommunismus ohne Wachstum 

Gespräche mit Freimut Duve

 

 

 

1991

Weltrevolution jetzt 

Zur jüngsten
Veröffentlichung
des Club of Rome

 

 

   

 

      

 

Das grüne Jahrzehnt - 800 Seiten

mit dem Kommunismus ohne Wachstum !

DNB.Buch    Inhalt.pdf 

 

 

detopia: 

Bahro    Heym    Henrich   Arnold Gehlen   Loest     Wo.Heise 

Andreas Heyer    Alexander Amberger     Robert Havemann

1978  Brief von Carl Amery an Wolfgang Harich 

1980  Über den Harichschen Kommunismus (Havemann) 


Rudolf Bahro 1990 über Wolfgang Harich  S.558 im Nachwort

"Leider habe ich seit 1979 aus Vorurteil versäumt, Wolfgang Harichs <Kommunismusohne Wachstum> zu lesen. Wahrscheinlich steht da, konzentriert auf das grüne Paradigma, im wesentlichen dasselbe drin wie im vorliegenden Text, Kapitel 10, und wahrscheinlich noch ein bißchen mehr. Jedenfalls erschien Wolfgang Harich im Dezember 1989 bei einer Veranstaltung unterm Berliner Fernsehturm, an der ich beteiligt war, und unterstützte meine Grundposition in einer Weise, wie ich selbst sie nicht noch zusätzlichhätte unterstreichen können. Ich muß annehmen, daß wir von weither übereinstimmen. Völlig unabhängig davon ist es höchste Zeit, ihm noch zu seinen Lebzeiten Gerechtigkeit widerfahren zu lassen — juristisch (er hat viermal so lange gesessen wie ich) und als Denker, dessen Schriften verlegt werden müssen, weil sie gebraucht werden."


detopia-2020:

Wolle Harich ist für detopia wichtig. Auf den ersten Blick sieht man das nicht. In der üblichen Tagespublizistik wurde seit 1975 sein starker Einparteien(welt)staat verurteilt. Dazu können wir heute nicht mehr in seine Gedanken sehen, wie er das genau "sah". (Im 75er Buch steht dazu nicht genug.) Das allerwichtigste was detopia von Harich braucht, ist, dass ein 50jähriger Mann mit Herzeleiden nach 7 Jahren "Bautzen" (verurteilt im Schauprozess zu zehn Jahren, Todesstrafe war auch möglich), dass er also uns allen im Ernst "die radikale Verschwörung zur Gleichheit" anempfiehlt, quasi als 'alternativlos' präsentiert. detopia kennt sonst nicht viele Gleichbesitz-Befürworter, auf die es sich berufen kann. Wir sind ihm zu Dank verpflichtet.

 

detopia-2019

Harich ist vielleicht sogar ein ganz Großer. Inhaltlich ähnlich wie Bahro, ein größerer Abstand besteht wohl zu Henrich und Havemann. Aber alle vier haben etwas Spezielles eingebracht. Wir brauchen heute nicht mehr jede Zeile, die die vier im Leben geschrieben haben. Das stimmt. Von Henrich brauchen wir das Anthroposophische, von Havemann das Utopisch-Einfache. Zu Bahro habe ich eine extra Seite. Und von Harich brauchen wir seine Babeuf-Kenntnis und seine Unbedingtheit.

Obwohl ich Harichs KoW ein Jahrzehnt später kennenlernte, nachdem ich mich zu Detopia als Gleichbesitzgesellschaftsordnung bekannte, so fiel mir doch eine Art Stein vom Herzen. Ich bin also doch nicht alleine 'radikal-utopisch'.  Naja.

 

1996   -

1996

Siegfried Prokop (Herausgeber)
Ein Streiter für Deutschland -
Auseinandersetzung mit Wolfgang Harich

 Das Wolfgang-Harich-Gedenk-Kolloquium

 

Darin:

Harich als Ökologe

Von Hannes Hofbauer

 

1993    -

1996

 

Begegnung mit Wolfgang Harich

 

Von Matthias Eckholdt

144 Seiten

Kiro-Verlag, Schwedt

 

DNB.Buch

 

Bing.Buch

 

 

Ich bin zu früh geboren

Auf den Spuren Wolfgang Harichs

Von Siegfried Prokop

Inhalt.pdf 

1997

318 Seiten    DNB.Buch 

 

1999

1999

Wolfgang Harich: Ahnenpaß
Versuch einer Autobiographie

Herausgegeben
von Thomas Grimm

 

 

2000

 

Wolfgang Harich zum Gedächtnis  

 

Gedenkschrift in 2 Bänden 

 

Von Stefan Dornuf und Reinhard Pitsch (Hg.)

 

 

 

2000

Harich zum 75sten 

Von Dr. Peter Feist

 

 

 

 

 

 

Amberger, Alexander (2010)

neues-deutschland  anti-utopie-einer-oeko-diktatur   15.03.2010 -  Wirtschaft und Umwelt 

Anti-Utopie einer Öko-Diktatur 

DDR-Querdenker Wolfgang Harich als Pionier linker Wachstumskritik

Heute vor 15 Jahren starb Wolfgang Harich.

Mit seinem Namen bringt man meist die oppositionelle »Gruppe Harich« von 1956 in Verbindung. Manche erinnern sich auch an sein Engagement in der »Alternativen Enquête-Kommission DDR-Geschichte« nach 1990. Doch er war auch einer der ökologischen Vordenker der DDR.

Anfang der siebziger Jahre erschienen im Westen erste Forschungsergebnisse, die auf Gefahren des Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums aufmerksam machten, zum Beispiel die Berichte an den »Club of Rome«. In der DDR hatte die SED zu dieser Zeit, auf ihrem VIII. Parteitag 1971, als Marschrichtung die Verbesserung der Lebenssituation der Bevölkerung ausgegeben.

Während die Boomjahre in der BRD vorbei waren, schien die Wirtschaft in der DDR nach Honeckers Machtübernahme im Aufwind zu sein. 

Die pessimistischen Forschungsergebnisse wurden von daher als pure Ideologie abgetan, mit der das Ende des kapitalistischen Wachstums kaschiert werden solle. 

Die Warnungen wurden in den Wind geschlagen.

Nur wenige aus der DDR erhoben dagegen ihre Stimme, unter ihnen Wolfgang Harich. 1975 erschien sein Buch »Kommunismus ohne Wachstum? Babeuf und der ›Club of Rome‹« – im Westen beim Rowohlt-Verlag. Es enthielt Interviews und einen Briefwechsel zwischen Harich und Freimut Duve. 

Wer nun vermutet, dass Harich darin an seine Demokratisierungs­vorhaben von 1956 anknüpfte, irrt. Ganz im Gegenteil forderte er darin, den autoritären Sozialismus zum politischen System eines Weltstaates zu machen. Allerdings müsse dieser ökologisch umfunktioniert werden. Der Kapitalismus sei nicht in der Lage, die Menschheitsprobleme zu lösen. Seinem Entwicklungsstand nachzustreben, wie die SED-Führung dies tue, sei fatal. 

Harich schrieb:

»Auf dem derzeit erreichten Stand der Entwicklung der Produktivkräfte halte ich den sofortigen Übergang zum Kommunismus für möglich, und in Anbetracht der ökologischen Krise scheint er mir dringend notwendig zu sein. Ich glaube jedoch nicht mehr, dass es jemals eine im Überfluss lebende, eine aus dem Vollen schöpfende kommunistische Gesellschaft geben wird, wie wir Marxisten sie bisher angestrebt haben.«

Nur der von ihm skizzierte kommunistische Weltstaat könne die notwendigen Maßnahmen, wie Zwangsumsiedlungen, gerechte Güterzuteilung oder die notwendige Geburtenregulierung, bewältigen. Harichs Kommunismus

»wäre kein Paradies, sondern ›nur‹ eine Heimstatt ökologischer Vernunft bei strenger sozialer Gerechtigkeit. Aber das eben ist das Beste, was sich überhaupt je wird erreichen lassen.«

Später brach Harich mit diesem autoritären Konzept. Er wünschte 1991:

»die resolute Abkehr von gewalttätigen Kampfmethoden und […] die Absage an jedwedes Diktaturtheorem undemokratischer Art«. 

Er ging sogar so weit, <Kommunismus ohne Wachstum> als Warnung umzudeuten: Schaffe es die Menschheit nicht, mit demokratischen Mitteln die ökologischen Probleme in den Griff zu bekommen, werde eine Verteilungsdiktatur unumgänglich sein. 

<Kommunismus ohne Wachstum> wurde 11.000 Mal verkauft, in Spanien und Schweden erschienen Übersetzungen. Heute ist das Buch dennoch fast in Vergessenheit geraten.

Schade eigentlich, denn Harichs Überlegungen können – trotz aller Kritik – noch immer als Anregung dienen. Schließlich sind die Probleme, auf die sie sich beziehen, weiterhin ungelöst. #

 

 

 

 

2010

 

Studien zu Wolfgang Harich

Von Andreas Heyer

 

210 Seiten

DNB.Buch

 

 

 

 

2010

Ökologische Utopien in der DDR 

Von Andreas Heyer

 

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