Wladimir Sergejewitsch
Solowjow

"Einer der tiefsten Denker Rußlands
und der slawischen Völker überhaupt."
 
(Rudolf Bahro, R1991)

 

Eine Erzählung vom Antichrist  (1899)

 

Die geistigen Grundlagen des Lebens  (1884)

 

Wikipedia.Autor
*1853 in Moskau bis 1900 (47) 

DNB.Person 

DNB.Autor.Num (100)

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detopia:

Ökobuch   Utopiebuch 

S.htm  Sterbejahr

1900-Buch 

 

 

1871 (18 Jahre)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

detopia-2020:
Bei der Einordnung Solowjows als Vordenker für eine kluge Gesellschaft verlasse ich mich auf Bahro, da ich nur den Antichrist studiert habe, aber keine oberflächlichen Schnellschlüsse daraus ziehen will.

Solowjew im Vorwort:

"Die mechanisch-magische Technik dieser Vorgänge [der Manipulation; detopia] können wir nicht im voraus erkennen, sondern nur davon überzeugt sein,
daß sie in 200 bis 500 Jahren die heutige weit übertroffen haben wird;
was aber bei einem solchen Fortschritt einem solchen "Wundertäter" möglich sein wird —
darüber möchte ich kein Urteil abgeben."

Man denke z.B. an Twitter+Trump.

 


Ein Jahr vor seinem Tod entwarf der russische Schriftsteller und Religionsphilosoph Wladimir Solowjew(1853-1900) eine faszinierende utopische Vision des 21. Jahrhunderts. Die schillernde Hauptfigur: das personifizierte Böse, der Antichrist.

Keines seiner Werke wurde in so viele Sprachen übersetzt – jetzt liegt Solowjews faszinierender visionärer Entwurf des Motivs umfangreich gedeutet und kommentiert vor. 

In seinen begleitenden Kommentaren zeigt Ingo Hoppe, dass es sich bei Solowjews faszinierender Endzeit-Schilderung um mehr als eine religionswissenschaftliche Abhandlung in literarischer Gestalt handelt.

Er weist auf die komplizierte Doppelnatur des Antichrist und auf die herausragende Bedeutung des Buches in unserer Zeit hin.


"Solowjoff wird seine eigentliche Weltbedeutung erst erhalten, wenn er in Russland wird wieder 'erscheinen' können."

J.W. Ernst 


"Am 28. März 1881 hielt Solovjeff im Saale der Kreditgesellschaft eine Rede, in der er dem Verlangen Ausdruck gab, daß die Mörder Alexanders II. begnadigt werden möchten." 

Harry Köhler, 1922, im Vorwort zu Geistige Grundlagen, Seite #6

dlf   vor-135-jahren-ermordung-von-zar-alexander-ii.871.de.html?dram:article_id=348197


Mehr bei detopia:

 



 


Von Solowjew

nachgedichtet:

Im grauen Morgennebel schreite ich
Geheimnisvollen, wunderbaren Ufern zu.
Die Morgenröte kämpft noch mit dem letzten Schein der Sterne,
Es schweben Träume noch im Raume, und erfaßt von Traumgebilden
Neigt sich zu unbekannten Göttern betend meine Seele. 

Kalt und klar ist nun der Tag — wie einstmals schon,
So schreit ich einsam hin in ferne, fremde Lande.
Der Nebel weicht, und klar erkennt das Auge,
Wie schwer zur Höh' hinan der Weg und wie so weit,
So weit noch alles, was als Ziel die Seele träumt. 

Doch bis zur mitternächtigen Stunde will ich mutig
Hin zu den heißersehnten Ufern wandern,
Wo auf dem Bergesgipfel unter neuen Sternen
In Siegesflammen licht erglühend
Mich mein verheißener Tempel grüßt.


 

Amazon Belkin  

Der russische Religionsphilosoph, Dichter und Publizist Vladimir Solovev (1853-1900) gilt als »größter Philosoph Russlands«. — Er ist Vertreter einer einflussreichen Philosophie der All-Einheit und stand im Russland des ausgehenden 19. Jahrhunderts neben Fedor Dostoevskij und Lev Tolstoj im Mittelpunkt zahlreicher philosophischer, theologischer und politischer Diskurse. — Ausgehend von Solovevs Beschäftigung mit dem Judentum rekonstruiert Belkin das Jüdische und das Deutsche in dessen Denken und zeigt die Entstehung sowie Entwicklung zentraler Motive, Ideen auf. — Darüber hinaus verfolgt er die Nachwirkung des »metaphysischen Realisten« Solovev in Deutschland und in Russland. 


Reden über Dostojewskij

Von Wladimir Solowjew und Ludolf Müller (Vorwort, Herausgeber)

136 Seiten, Verlag: Sankt Ulrich, 1. Auflage 1992, ISBN-13: 978-3879041107, 

Nach Dostojewskijs Tod im Januar 1881 hat der Philosoph Wladimir Solowjew am Grabe seines verstorbenen Freundes und dann mehrere Male bei Gedächtnis­feiern Reden über ihn gehalten, in denen er ihn als christlichen Propheten und als geistigen Führer Rußlands gepriesen hat. — Dagegen erhob sich nicht nur von linker Seite Protest, sondern auch der ultrakonservative, streng kirchlich gesinnte Publizist Leontjew verurteilte Dostojewskij wegen seines sozialen Utopismus und seines unorthodoxen, "neuen", "rosaroten" Christentums. — Solowjew verteidigte Dostojewskij gegen die Vorwürfe von rechts und von links, distanzierte sich dann aber selbst durch seine Annäherung an die katholische Kirche und seine immer schärfere Ablehnung des russischen Nationalismus in zunehmendem Maße von Dostojewskij. — 

Der vorliegende Band enthält die einschlägigen Texte Solowjews, die großenteils bisher noch nicht in deutscher Übersetzung vorlagen, mit ausführlichem Kommentar. Die Problematik, die hier behandelt wird, hat heute besondere Aktualität, weil sehr verschiedene weltanschauliche und politische Gruppen, die in Rußland miteinander ringen, sich auf Dostojewskij berufen. War er ein christlicher Prophet, ein humanitärer Schwärmer oder ein russischer Chauvinist? Solowjew sagt: Er war von all dem etwas und darum keins von dem ganz, und deswegen kann sich heute niemand auf sein ganzes Erbe berufen.


 

aus Wikipedia-2010

 

Solowjow, ein Sohn des Historikers Sergei Solowjow, vertrat eine vom europäischen Denken und vom orthodoxen Glauben beeinflusste Philosophie der All-Einheit. Seine Geschichtsphilosophie ist bestimmt vom Gedanken eines theokratischen Staates unter einer wiedervereinigten christlichen Kirche.

Wladimir Solowjows Vater war Professor für russische Geschichte an der Moskauer Universität, sein Großvater orthodoxer Priester. Er wuchs in der Tradition der orthodoxen Frömmigkeit auf, wandelte sich aber in der Zeit am Gymnasium zum Materialisten und Atheisten. Dann beschäftigte er sich mit Philosophie und ganz besonders mit Spinoza, Schopenhauer und Schelling und fand über diesen Weg wieder zum Glauben zurück. 1874 promovierte er mit einer Arbeit über die Krise der westlichen Philosophie, die er als Argument gegen die Positivisten anlegte.

Solowjow wurde von da an zum Glaubensverteidiger und wollte den Glauben der Väter rechtfertigen. Er vertrat eine "positive christliche Philosophie“ und entwickelte eine All-Einheit-Philosophie. Die All-Einheit erfasste er im Denken als das Wesen des Alls, auch im individuellen und sozialen Leben. 1880 habilitierte er sich mit einer Arbeit über die Kritik abstrakter Prinzipien. Nun hielt er Vorlesungen in St. Petersburg, wurde aber bereits 1882 freier Schriftsteller.

Solowjow erkannte im Laufe der Jahre immer mehr, dass die Russisch-Orthodoxe Kirche durch die enge Bindung an den russischen Staat nicht in der Lage war, ihre prophetische Mission zu erfüllen. Spätestens nach dem Jahr 1881, dem Jahr der Ermordung des Zaren Alexanders II., wandte er sich allmählich der Römisch-Katholischen Kirche zu. In ihr sah Solowjow die moralische Kraft, die die christlichen Prinzipien klarer vertrat als Orthodoxie und Protestantismus. 

Solowjow ging soweit, dass er den russischen Zaren aufforderte, sich dem Papst zu unterwerfen. Er wollte, dass die Russisch-Orthodoxe Kirche zu Rom zurückkehrt, allerdings verstand er sich selbst nicht als Konvertit, sondern er wollte sich nur „so eng an Rom anschließen, wie sein Gewissen es ihm erlaubte“.

Solowjow wollte gleichzeitig Mitglied bei der Russisch-Orthodoxen und bei der Römisch-Katholischen Kirche sein. Einen formellen Übertritt zur Römisch-Katholischen Kirche vollzog er nicht. In den Folgejahren erkannte er aber, dass dieser Wunsch nicht realisierbar war. 

Seine Ansichten wurden daraufhin immer düsterer. Er sah die Menschheitsgeschichte an einem Scheideweg zwischen Gott und dem Abgrund. Im letzten Jahrzehnt seines Daseins legte er seine konfessionellen Polemiken ab und verzichtete auch auf seine utopischen Ansätze. Er begann mit der Darlegung der theologischen und philosophischen Wahrheit, durch Entfaltung dessen, was das sittlich Gute ist, und durch eine Publizistik, die die Tagesfragen unter das Gericht stellte und die Menschen dazu brachte, sich in Freiheit für Gott und die Wahrheit zu entscheiden.

Solowjow starb im Alter von 47 Jahren. Sein letztes Werk ist gleichzeitig auch das bekannteste: Die Kurze Erzählung vom Antichrist.

In einer 2003 auf dem Kongress „Wladimir Solowjow, Russland und die Universalkirche“ vom ukrainischen Großerzbischof Ljubomyr Husar in Lemberg verlesenen Papstbotschaft bezeichnete Johannes Paul II. Solowjow als einen der größten russischen Philosophen des 19. Jahrhunderts und Pionier und Vorbild für den Dialog der Christen in Ost und West.  


Andere Schreibweisen:

Solovjev, Solovjeff, Solowjow, Solowjoff, Solovyev, Solov'ev,  Solovjef Solovyev Solowjew  Soloviev 


 

 

 

 

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