Ulrich
Horstmann

Das Untier

 

 

Konturen 
einer Philosophie 
der Menschenflucht

 

1983   114+3 Seiten (*1949)

DNB.Buch (8)

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Leseberichte zum Untier  

 

Horstmann-1991 

Löbsack-1983   Sloterdijk-1983

Neuffer-1992   Lauterburg-1998

 

 

1983 bei Medusa-Verlagsgesellschaft, Berlin  

1985-1993 im Suhrkamp-Taschenbuch, 5 Auflagen

2004 im Verlag Johannes G. Hoof, Warendorf/Berlin, 177 Seiten

2005 bei Manuscriptum, 177 Seiten 

2012 Hörbuch mit Erich Räuker

 

Zur Editionsgeschichte siehe auch bei Fränki Müller in Frankfurt:

https://untier.de/das-untier-konturen-einer-philosohie-der-menschenflucht

Inhalt  

 

§ 1 (7) Apokalypse   § 2 (10) Edda    § 3 (14) Panitz 

§  4 (18) Dollinger  § 5 (23) Cicero  § 6 (33) Leibniz 

§ 7 (37) Meslier   § 8 (40) Holbach    § 9 - Schopenhauer (45)

§ 10 (51) Hartmann    § 11 (54) Nietzsche   § 12 (60) Barnet

§ 13  (70) Kärrner    § 14  (73) Gehlen  § 15 (77) Koestler, Bilz, Löbsack, Teilhard

§ 16  (82)  Klages, Freud, Fromm     § 17  (92) Deschner     § 18  (96) Foucault

§ 19 (101) Cioran    § 20  (104)  G. Anders   § 21  (113) Die Geschichte ist erfüllt  

 

Literatur  (115-117)

 

 

detopia-2022

Das Untierbuch ist heute noch interessant. Und ebenso die ganze Diskussion drumherum. In 40 Jahren ist da einiges zusammengekommen! Das Buch wird ja heute noch auf Amazon leserrezensiert. Aber hintennaus fehlt was im Buch bzw. es ist was unstimmig. Aber ich  denke, das dieser kleine Mangel durch die reichliche Nachfolgeliteratur ausgeglichen wurde. Ich sehe die philosophische Durcharbeitung des "Untergangsthemas" durchaus als Gemeinschaftsarbeit an. Ein Einzelner kann hierbei nicht alles leisten. Außerdem war Horstmann 1983 noch superjung.

Auf Amazon gibt es einen neueren ausführlichen Lesebericht von Contessa 2017. Darüber bzw. damit kann man alles neu durcharbeiten.

Jedoch: Mittlerweile haben wir genügend Sachbücher, also populärwissenschaftliches. Die eignen sich besser für die Diskussion um den Weltuntergang. - Mir kann auch keiner weismachen, dass ein junger Mensch, wie Horstmann 1983, persönlich wirklich den Weltuntergang gut fand. Das geht biologisch nicht. Ergo wollte er ihn auch verhindern, durch Schockwirkung, ähnlich wie Emmott 2013, wo sich mir ein Vergleich bzw. eine ähnliche Grundhaltung aufdrängt. - Eine etwas andere Grundhaltung sehe ich in Ditfurth85, Fuller93 und Lauterburg98. Hier wird die "Horstmannsche Frage" (welche ja soviel Diskussion auslöst), ob es (der Anthropotod) nun wünschenswert ist, nicht gestellt. Auch die Vermondung (Horstmanns Schluss) bzw. das "Danach" kommt eher bei Gruhl und Löbsack vor. Lauterburg vermutet: "Das Leben auf Erden (nach dem Menschen) hat eine große Zukunft." -- Weitere Vergleichspunkte sind möglich.

Gut am Untier-Horstmann finde ich, wo er minutiös herausarbeitet, wenn sich die anderen 'Apokalyptiker' in Hoffnung und Wunderglauben flüchten (weil sie es selber nicht aushalten und weil sie wissen, wieviel sie für Konsequenz auf die Fr*sse kriegen). Das war wirklich neu. Und das ist heute noch selten. - Mittlerweile hat sich das (im Volk) geändert (teilweise): FfF, Aussterberebellion, Letzte Generation - flüchten sich wenig in Zukunfsillusionen und -hoffnungen verloren. - Das war klar, dass das mal (so) kommen musste.

Vielleicht muss man auch nicht vom Aussterben reden. Vielleicht träfe es Absterben mehr? Dieser Prozess ist zu beobachten. Außerdem kann es noch dauern, bis wirklich der letzte Mensch 'seinen Geist aufgibt', wegen der Milliardäre, die schon lange an ihren (Hightech-) Überlebensbunkern rumwerkeln. Nur die 'Masse Mensch' 'sollte' (wird) bis 2100 'fort sein', um mal eine Zahl zu nennen, einen Termin, ein Datum, denn so ist nun einmal die Lage. - Es kann also noch mehrere Jahrhunderte, ehe ('wirklich') der ('letzte') Mensch 'ausgestorben' ist. Aber der Absterbe-Prozeß läuft! (Das Wort "Katastrophe" ist nicht mehr zeitgemäß. "Klimakatastrophe" 'war gestern'. Wir (ge)brauchen das Wort (Katastrophe) jetzt wieder im alten Sinne; also wenn ganz unerwartet eine Million von irgendwas schwer getroffen werden; und vorfristig sterben.)

 

 

 

 

 

 

  

Leseberichte zum Untier  

Gewidmet dem Ungeborenen und jenen Yahoos,
die Wissenschaft von Satire wohl zu unterscheiden vermögen.
U. H.

wikipedia  Gullivers_Reisen  (Yahoos)

http://www.hoofverlag.com/

 

 

"Es handelt sich um den geistes-geschichtlichen Nachweis, daß die Menschheit vom Beginn an nichts anderes anstrebe als die Rückkehr in den Zustand des Anorganischen ... Im Grunde lohnen nur solche Bücher das Lesen."  -  Günter Kunert 


"...ein nur bei ober­flächlicher Lektüre mißdeutbarer Verzweiflungs-ausbruch..." Hoimar von Ditfurth  in Apfelbäumchen (1985), S. 324 


Bei Allah anhören 


Der Philosophie spotten, heißt wahrhaft philosophieren. (Pascal)


U.H. müsste eigentlich als Wunderkind gelten. 33 Jahre sind doch ein recht zartes Lebensalter für das Untier. Und was er da schon alles für Literatur studiert hat...  (deto-2005) 


 

Schonungslos die Selbstzensur jener aufdeckend, die er als Zeugen seiner Theorie aufruft — Voltaire etwa, d'Holbach, Klages, Freud, Foucault, Anders und Cioran —, appelliert Horstmann gegen den Selbst­täuschungs­mechanismus der aufklärer­ischen Vernunft, an das mythische Bewußtsein von Götter­dämm­erung und Kataklysmus.  

In der modernen Waffen­technologie hat sich das Untier, der Mensch, die Mittel verschafft, jenes außer Façon geratene Euthan­asie­programm: den Evolutions­prozeß bewußt und planvoll zu Ende zu bringen – mit der kollektiven Selbst­ver­nichtung der Menschheit. Dabei ist sich Horstmann gewiß, daß dieser ultimative Akt keine Wahl darstellt, zu der es etwa noch eine Alternative gäbe.  

Worum es ihm, der mit Klages den Untergang für letztlich unabwendbar hält, deshalb geht, ist, daß die mit den Arsenalen der ABC-Waffen historisch erstmals gegebene Chance, unwiderruflich und erinnerungslos Schluß zu machen mit uns, jetzt nicht vertan werde.   

 

 

 

 

 

 

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