Ulrich Horstmann 
 

Literaturprofessor i. R.

"Ein Radikaler im
öffentlichen Dienst"

 

AUDIO 1987 Radio 

Wikipedia.Autor  *1949 bei Münster

DNB.person   DNB.nummer

Bing.Autor    Goog.Autor

Untier.de  Home-inoffiziell


detopia:

Umweltbuch  

1980-Chronik   H.htm 

Frank Müller 2015

detopia:   C.Lauterburg 

G.Kunert   R.Jungk  E.Thompson  

G.Anders   Cioran   Wells.1945  

Sloterdijk    Flechtheim   G.Fuller  

Ditfurth   Löbsack    Alt.1983  

Guha.1983    Was.bleibt - K.Jacob  

L.Lütkehaus   D.Benatar  

R.Henrich   Uexküll  

 

 

 

 

 

 

Das Untier - Über eine Philosophie der Menschenflucht  
First Edition: 1983 
Hörbuch: 2012

 

Ansichten vom Großen Umsonst. Essays und Reden  1991

 


 


1987 - Das Salzburger Nachtstudio

"Erinnerungen an die Menschheit - Wege oder Irrwege in die Zukunft?"

Audio 1987 im ORF-Radio mit Ulrich Horstmann und anderen  44 min

Eine Sendung von Emil Wimmer mit Zitaten von:

Karl Popper - Michael Benedikt - Klaus Traube - Jakob Uexküll - Michael Rutschky - Martin Heidegger - Rupert Riedl - Ernst Bloch - Ulrich Horstmann.

URL:  https://www.mediathek.at/atom/07052C9E-032-00253-000000DC-07045FE6  

 


 

Freunde der Weisheit - Das Philosophisches Radio im WDR 5 - Radiogespräch mit Jürgen Wiebicke und Ulrich Horstmann am 17.07.2009.  Thema: Die Philosophie der Menschenflucht  - Der Schriftsteller Ulrich Horstmann wurde Anfang der 80er Jahre zum Gegenspieler der hoffnungsfrohen Friedensbewegung.  Er formulierte einen Nachruf auf die „Dornenkrone der Schöpfung“, bevor es niemanden mehr gibt, der zurückdenkend den Menschen betrachten kann. Hoffnungen und Wunschvorstellungen haben aus seiner Sicht spätestens im Atomzeitalter jede Existenz­berechtigung verloren.

Audio 25 Jahre Untier Gespräch WDR 2009   

 


 

<Lob des Optimismus>, <Alles wird gut> mit Ulrich Horstmann, Dieter Frey, Sandra Richter

# Moderation: Susanne Kaufmann - SWR Forum 12.02.2010 

 


 

Blasser Schimmer. Hirnbilder 2017-2020, restlichtverstärkt.

Aphoristik 2021  154 Seiten   DNB.Buch    Bing.Buch 

 

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1990 - Sommerakademie Graz 1990

Video Disput-Jungk-Horstmann  44min

Ulrich Horstmann im Disput mit Robert Jungk 

Reihe "Disputationes" mit Moderator Franz Kreuzer  

Sendung im ORF-TV am 30.Januar 1991

Audio des Videos   der Filmton 

auch auf youtube

https://www.youtube.com/watch?v=6OQsujfTNuY&t=1881s

 

 

 

"Ulrich Horstmannn" heißen mehrere öffentliche Personen: 

a) Der Untierautor, *1949  b) Ein Autor und Finanzanalyst, Dr. rer. oec., *1960 in Essen  c) Ein Redakteur und Journalist im WDR


2008 Audio Lit-Museum  

Video in Westfalen 

Ein Philosoph in der Barttracht des 30jährigen Krieges und "ein Radikaler im öffentlichen Dienst"  

2010 Audio Lit-Museum  +  Video  

Jenseits der Apokalypse 2015, Festschrift zur Emeritierung und Pensionierung (von Frank Müller).

Im Internet:

wikipedia  Antinatalismus        antinatalismus.blogspot.com  

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Meinungen von Kollegen:

 

  • 1985: Hoimar von Ditfurth zum Untierbuch: "...nur bei oberflächlicher Lektüre mißdeutbaren Verzweiflungsausbruch..."  in "Apfelbäumchen", S. 323-325

  • 1987: Rudolf Bahro erwähnt Horstmann als "Münsteraner Philosoph" in Logik der Rettung (1987) - S.112 

  • 1992: Herbert  Gruhl zitiert aus <Ansichten Umsonst> in Himmelfahrt (1992) - auf den letzten Zeilen, im letzten Kapitel auf Seite 386f  

  • 1993: Gregory Fuller erwähnt Horstmann auf Seite 88 von <Das Ende>   

  • 1998: Lauterburg hat Horstmann zwar nicht im Literaturverzeichnis - aber eine Grundthese seines Buches ist der Horstmannschen Lieblingsthese ("von vornherein") deckungsgleich, so daß ich vermute, Lauterburg kannte Horstmann gut.


"Aus Motiven, die absolut nichts mit jener 'Sehnsucht nach Selbstauslöschung' zu tun haben, über die ich den Münsteraner Philosophen Horstmann einmal sprechen hörte, halten wir an einer gewohnten Praxis fest, die sich als selbstmörderisch herausstellt, ohne so gemeint zu sein."    Bahro, 1987, s112


"Es sind schon etliche aufgetaucht, die das Ende des Menschen begrüßen; "daß keine Hoffnung mehr ist, vermag sie hoffnungsfroh zu stimmen", so den Münsteraner Philosophen Ulrich Horstmann. 'Die Menschen­leere ist vorstellbar', schreibt er."   Gruhl, 1992, s386  


"Bei dieser einzigartigen Umkehrung des evolutionären Prinzips kommt es auf die Schluß­folgerungen an, die daraus gezogen werden. Man kann wie Rousseau, Schopenhauer, Cioran und neuerdings Ulrich Horstmann die Verbrechen unseres Super-Paradigmas verdammen."   Fuller, 1993, s88 

 

 

 

 

Hoimar von Ditfurth

in seinem Buch "Apfelbäumchen"

im Jahr 1985 auf Seite 323 über das Untierbuch:

 

Horstmann interpretiert die ganze menschliche Historie »anthropofugal«, als eine einzige Kette ständig sich wiederholender Versuche des Menschengeschlechts, die eigene Existenz wieder zurückzunehmen. Das diese Geschichte fast von Anfang an bestimmende, nur von kurzen Erschöpfungspausen unterbrochene kriegerische Massenmorden sei allein zu verstehen als Ausdruck der tiefen menschlichen Sehnsucht nach Selbst­auslöschung. Alle bisherigen Kriege hätten dem – infolge unzulänglicher Mittel bisher vergeblich geblichenen – Versuch gegolten, diesen Wunsch endlich in Erfüllung gehen zu lassen. Wir Heutigen erst genössen das Privileg, das wahre Ziel aller Geschichte endlich konkret vor Augen haben zu können: die Aufhebung der eigenen Existenz.

»Umgeben von den wohlgefüllten, wohlgewarteten Arsenalen der Endlösung, im begründeten Vertrauen auf die angesparten Overkill-Kapazitäten und die schon in Greifweite liegenden Technologien zur Pasteurisierung der gesamten Biosphäre, ausgestattet mit den Erfahrungen des Ersten und Zweiten Vorbereitungs­krieges«, sollten wir uns als Bevorzugte betrachten und frei von Hochmut frühere Denker nachsichtig kritisieren, die, wie Arthur Schopenhauer, bei aller Brillanz die Aufgabe lediglich hätten definieren können, ohne über die geeigneten Mittel zu ihrer Bewältigung schon zu verfügen. Wir Heutigen jedoch »haben zu guter Letzt erkannt, daß wir selbst der auserwählten Generation angehören, die die apokalyptischen Visionen des Mythos in die Wirklichkeit übersetzen wird und damit die uralte Sehnsucht der Gattung, nicht mehr sein zu müssen, in Erfüllung gehen läßt«.  (s. Anm. 154 und S. 57)

Die Horstmannsche Geschichtsauslegung schließt mit dem Satz: »Denn nicht bevor sich die Sichel des Trabanten hinieden in tausend Kraterseen spiegelt, nicht bevor Vor- und Nachbild, Mond und Welt, ununterscheidbar geworden sind und Quarzkristalle über den Abgrund einander zublinzeln im Sternenlicht, nicht bevor die letzte Oase verödet, der letzte Seufzer verklungen, der letzte Keim verdorrt ist, wird wieder Eden sein auf Erden.«155)

Der Autor stellt mit seiner »anthropofugalen« Geschichtsmetaphysik alle geläufigen Bewertungsmaßstäbe konsequent auf den Kopf. Angesichts des Ziels, der »Selbstaufhebung der eigenen Existenz«, kann als Fortschritt allein die Perfektionierung der Mittel zu deren Auslöschung gelten. »Wenn das Untier [gemeint ist Homo sapiens] auch nur den geringsten Grund zum Stolz hätte, dann knüpfte er sich nicht an die Aufbauleistungen von Zivilisationen, sondern an den sprühenden Erfindungsreichtum bei der Entwicklung von Mitteln und Wegen zu ihrer nachhaltigen Beseitigung.«

Aus diesem Blickwinkel wird, mit unwiderleglicher Logik, Friedensforschung zu »Sabotage«, da sie den Einzug in das »Neue Jerusalem der Nichtexistenz« hinauszuschieben trachtet. Das Furchtbarste an diesem nur bei oberflächlicher Lektüre mißdeut­baren Verzweiflungs­ausbruch ist die Tatsache, daß eine derart konsequente Umkehrung aller moralischen Vorzeichen vor der Realität unserer Geschichte beklemmend Sinn macht. Gnadenloser ist diese Geschichte – als die von »Entarteten der Evolution« – noch nicht verflucht worden. 156)

Man braucht sich den Bewertungsmaßstab Horstmanns nicht zu eigen zu machen, um seiner zentralen Feststellung beipflichten zu können. Die aber lautet: Wir Heutigen sind die Generation, die den Untergang der Art erleben und herbeiführen wird.

 

Anmerkung 156:

"Eine ironische und traurige Randbemerkung: Horstmanns Verzweiflungsausbruch läßt sich freilich auch ganz anders deuten. Ein besonders groteskes Beispiel dafür lieferte eine Rezension seines Buchs, die am 17.03.1984 vom Südwestfunk ausgestrahlt wurde (der Name der Rezensentin sei hier rücksichtsvoll verschwiegen) und in der die Ansicht vertreten wurde, daß es sich um ein Stück skrupelloser "Vernichtungs­propaganda" handele, verfaßt in einem Geiste, den der Autor offensichtlich "mit den Herren im Pentagon, mit gewissen Volks­vertretern und den Rüstungs­fabrikanten" teile, denen er in seiner Schrift "eine moralische Rechtfertigung zu konstruieren" trachte. 

Man könnte über solches Ausmaß vernagelter Blödigkeit lachen, wenn der Fall nicht als Beispiel einer derer unserer Schwächen gelten müßte, an denen wir zugrunde gehen werden. Denn es braucht ja wohl kaum näher begründet zu werden, warum jemand, der sich seinen Kopf so hoffnungslos einseitig hat einnebeln lassen, im eigenen Lager mit spiegelbildlich getreuer Identität eben jene alle Friedensmöglichkeiten sabotierende Rolle spielt, die er in dem von ihm als "gegnerisch" angesehenen anderen Lager mit dem Vergrößerungsglas fixiert und voll Entrüstung anprangert. 

Aber es ist eben, all ihrer Paradoxie zum Trotze, eine in manchen Kreisen grassierende Meinung, daß die möglichst holzschnittartige Herausarbeitung von Feindbildern der Friedenssicherung dienlich sei."  

Ende Ditfurth

 

Hörspiele von Ulrich Horstmann

als wma; bei untier.de als mp3

1978  Nachrede von der atomaren Vernunft und der Geschichte.  
        Bayrischer R.  32min 

1979  Die Bunkermann-Kassette.  Bayrischer Rundfunk  42 min 

1980  Gedankenflug: Reise in einen Computer.  Westdeutscher Rundfunk  49 min 

1980  Kopfstand: Über die Schwierigkeiten beim Anpassen der Prothese.  
        Sender "Freies Berlin"  53 min  mit Manfred Krug 

1982  Grünland oder Die Liebe zum Dynamit.  Sender "Freies Berlin"  35 min

1985  Petition für einen Planeten.  Sender "Freies Berlin"  23 min

Zur Theorie des männlichen Weltuntergangs bei Ulrich Horstmann

(2000) Von Thomas Jöchler

Diplomarbeit zur Erlangung des Magistergrades der Philosophie an der Grund- und Integrativwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien

highlyoverrated.info/on/apocalypse/content.html  2000 in deutsch


Mehr Horstmannbücher,

 

1985  Ombassa / Belletristik, Scifi, Fantastik, fantasy

1999  Gespräch  / Interview 

2000  Steintal-Geschichten  Horstmann-Forschung F.Müller

2006  Hoffnungsträger   

2007  Rückfall / Roman 

2009  Aufgabe der Literatur - Schriftst. verstummen  

2012  Audio 2012 Abschreckungskunst 

 

 

 (Ordner)   www.detopia.de      ^^^^ 

Prof. Ulrich Horstmann, Das Untier, Konturen einer Philosophie der Menschenflucht - Ansichten vom Großen Umsonst