Paul Bigelow

Sears

Deserts

On The March

 

1935, 240 Seiten

Deserts on the march (1935) Paul Bigelow Sears

en.wikipedia Autor (1891-1990, 98)

DNB.name 

Bing.Autor    Goog.Autor

detopia:

Ökobuch

S.htm    Sterbejahr

Lesebericht Dreyhaupt 

Aldo Leopold    William Vogt 

Francé-Harrar   Hornsmann

Dust Bowl Diary  Ann Marie Low

 

 

 

 

"Ein ungewöhnlich gut geschriebenes Buch von einem der ersten Ökologen der Welt,

das noch bei weitem nicht die Anerkennung gefunden hat, die es verdient.

Wenn es von zehn Millionen Amerikanern gelesen würde;

so dürften wir um die Zukunft unseres Landes unbesorgter sein!"

 

Vogt, 1948, S. 352 (Bücherliste) 

 

Berufliche Laufbahn:
1915–1919 Botany instructor, Ohio State University
1917–1919 Serves in U.S. Army
1919–1927 Botany professor, University of Nebraska
1927–1938 Chair of and Professor in Botany Department, University of Oklahoma
1936–1938 Columbia University Teachers College (on leave from Oklahoma)
1938–1950 Chair of and Professor in Botany Department, Oberlin College, Ohio
1948 President of Ecological Society of America
1949 President of Ohio Academy of Science
1950–1960 Chair and Professor of Yale Conservation Program (graduate level)
1956 President of American Association of Science
1959 President of American Society of Naturalists
1963 Received the Richard Prentice Ettinger Award
1965 Named Eminent Ecologist by the Ecological Society of America

Schriften

Deserts on the March (1935) ISBN 0-933280-46-7
This is Our World (1937) University of Oklahoma Press.
Who Are These Americans? (1939) Macmillan Co.
Life and Environment (1939) Bureau of Publications, Teachers College, Columbia University.
Charles Darwin: The Naturalist as a Cultural Force (1950) Scribners, New York.
Where There is Life (1962) Dell Publishing Co., New York.
Biology of the Living Landscape (1964) 
Lands Beyond the Forest (1969) 

 

 

 

Ein Lesebericht von Dreyhaupt 2008

 

Paul B. Sears (1891-1990) war ein bedeutender amerikanischer Botaniker, dem zahlreiche akademische und öffentliche Ehrungen zuteil wurden (18). Sein Buch stellt einen casus sui generis dar im Reigen der Publikationen früher Umwelt-Warner.

 wikipedia  Sui_generis  - eigene Gattung; "einzigartig in seinen Charakteristika"

Zum einen ist es nur auf die USA bezogen, und zum anderen schrieb der Autor dieses Werk unter dem dramatischen Eindruck exorbitanter Staubstürme in den frühen 1930er Jahren in den Great Plains, mit denen größtenteils wertvoller Mutterboden davongetragen wurde. Die Great Plains sind zum Teil die früheren Prärien und insgesamt ein in der Mitte der USA gelegener, etwa 500 km breiter niederschlagsarmer Streifen von Canada im Norden bis zur Küste Texas’ am Golf von Mexico im Süden, im Westen begrenzt von den Rocky Mountains.

Der Schwerpunkt der Dürrekatastrophen, manchmal durch die Bezeichnung Dust Bowl synonymisiert, lag in den Staaten Oklahoma, Colorado, Kansas, New Mexico und Texas. Die deutsche Übersetzung Staubschüssel oder Staubbecken gibt den wahren Inhalt des Begriffs Dust Bowl nur unzureichend wieder.

"Dust Bowl" war ein Terminus, der von der Bevölkerung der betroffenen Dürre­Gebiete geboren und durch den Bericht eines Reporters in kurzer Zeit in den gesamten USA geläufig war für die katastrophalen Dürre- und Staubsturm-Episoden in den 1930er Jahren; man sprach auch von den "Dust Bowl Days" und den "Dirty Thirties". Den äußerst bodenschädlichen Staubstürmen widmen Francé-Harrar(8) und Hornsmann(9) noch allgemeinere und weitergehende Ausführungen.

In dem Nachruf auf Paul B. Sears (18) wird sein erfolgreichstes Buch "Deserts on the March", das er 1935 in seiner Hochschullehrerzeit an der University of Oklahoma geschrieben hat, zurückgeführt auf seine hier gemachten persönlichen aktuellen Erfahrungen während der tragischen Staubstürme in den Great Plains.

Wahrscheinlich handelt es sich bei den Dust Bowl-Wahrnehmungen Paul B. Sears’ um dieselben Ereignisse, die John Steinbeck zum Ausgangspunkt seines 1939 erschienenen Romans "The Grapes of Wrath" = "Früchte des Zorns" (19) – für den er 1940 den Pulitzer-Preis erhielt – genommen hat, nämlich einen katastrophalen Staubsturm im Mai 1934 über dem Staat Oklahoma, den er auf den ersten vier Seiten dramatisch und plastisch schildert.

Und in Kapitel 5 beschreibt er die verheerenden Folgen und das eigentliche Desaster dieser ökologischen und menschlichen Katastrophe: die einer Vertreibung gleich kommende Abwanderung der nun völlig mittellosen Landpächter unter dem Druck der Landbesitzer; sie brechen nach Westen auf, um eine neue Existenzgrundlage zu suchen. Aus dem Heer dieser Hunderttausenden hat Steinbeck eine Farmpächterfamilie auf dem Weg in das "gelobte Land" Kalifornien als Romanautor begleitet und erzählt nun die Geschichte von den "Früchten des Zorns".

In den Dust Bowl-Gebieten sollen allein von 1931 bis 1936 um die 650.000 Farmer, die dort 400.000 km² Land bewirtschaftet hatten, völlig ruiniert worden und zur Abwanderung gezwungen gewesen sein.

Anders als der Romancier Steinbeck schildert der Wissenschaftler Sears in "Deserts on the March" die Kräfte der Natur, die in den Dürreperioden der 1930er Jahre in den Great Plains das Dust Bowl-Phänomen verursacht haben. Ein Rezensent hat damals gemeint, ein besserer Titel für das Werk sei "Dürre und Wind und der Mensch"; ich stimme ihm darin voll zu, denn dann käme schon im Titel der Mensch als Beteiligter an der Katastrophe ins Bild.

In der Tat findet Sears die Spuren des schleichenden Raubbaus am Boden und des Fehlens einer logischen Strategie für die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit vorwiegend im sorglosen Verhalten des "Weißen Mannes".

 

weiter bei Dreyhaupt

 

wikipedia  Dust_Bowl 

wikipedia  Sandsturm

wikipedia  Great_Plains

wikipedia  Okie 

wikipedia  Prärie

wikipedia  Arthur_Rothstein

wikipedia  Bodenerosion 

wikipedia  Donald_Worster 

wikipedia  Früchte_des_Zorns

wikipedia  Die_Tabakstraße 

wikipedia  Erskine_Caldwell 

 

 

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