Prof. Hans Peter Dreitzel

 

 

Ungewollte
Selbstzerstörung

 Reflexionen über den Umgang
mit katastrophalen Entwicklungen

1990 bei Campus
205 Seiten  

wikipedia  Dreitzel  1935-2022 (87)

dreitzel-gestalttherapie.org 

qwant Dreitzel

detopia

Umweltbuch    D.htm  

Psychobuch   Sterbejahr

Perrow 

 

Hans Peter Dreitzel

Wofür wir Verantwortung tragen

Gedanken zur Situation der Zeit

Teil 1 - 2007 

 

Teil 2 - 2020 

"Mein Werdegang:
Ich bin 1935, also in der Zeit des Nationalsozialismus, geboren. Meine Generation, die ihre Kindheit und Jugend im Krieg erlebt hat, nannte man die „Skeptische“. Nie wieder Krieg – nie wieder Auschwitz – das sollten die Leitmotive auch meines Lebens sein. Ich wollte politischer Journalist werden, studierte Jura, Politikwissenschaft, Soziologie und Philosophie, und wurde zu meinem Erstaunen Hochschullehrer. Ich wanderte nach Amerika aus und wurde zu meinem Erstaunen an die freie Universität Berlin berufen. Ich war dort 30 Jahre Professor für Soziologie. Meine Interessen verschoben sich von der Analyse totalitärer Tendenzen in der Gesellschaft zum Studium der autoritären Persönlichkeit.

Anfang der Siebziger Jahre begann ich meine (lebenslange) Ausbildung zum Gestalt-Therapeuten – ein zweites berufliches Standbein das zu meiner Leidenschaft wurde. Es folgten der Aufbau einer psychotherapeutischen Praxis und die Lehrtätigkeit an verschiedenen gestalttherapeutischen Ausbildungsinstituten. Dazu kam die schriftstellerische Tätigkeit zunächst an soziologischen und später an gestalt-therapeutischen Themen.

Heute treiben mich politisch das neue Aufleben des Faschismus in den Westlichen Demokratien und die epochale Bedrohung durch Umweltzerstörung, Artensterben und Klimawandel um. Aber meine Lebensfreude und meine Begeisterung für die Gestalt-therapeutische Arbeit sind ungebrochen. Ich finde, dass die Kunst der Gestalt-Therapie, besonders wenn sie durch eine Praxis der Meditation gestärkt wird, uns viel lehren kann für die Kunst des Lebens." (aus Dreitzel-Home)


 

Inhalt  -  1990 - Ungewollte Selbstzerstörung

Einleitung (7)  Hans Peter Dreitzel 

Angst und Zivilisation (22)  Hans Peter Dreitzel  

Die neuen Protestbewegungen als zivilisatorische Instanz im Modernisierungsprozeß? (47)  Helmuth Berking   dnb.Name  Prof. f. allg. Soziologie

Zeit, Kompetenz und Ressort. Bürokratische Probleme bei der Bewältigung von Umweltkrisen (62) Erhard Stölting

Risikoabsorbtion durch Institutionen. Warum Umweltpolitik in die Falle des Katastrophenmanagements gerät (88) Hans E. Latzke

Volker Lühr  Globale Gefährdungen — ein Blick auf Lateinamerika  106

Rolf Lindner   Medien und Katastrophen. Fünf Thesen  124

Hans Joas  Zwischen machtpolitischem Realismus und pazifistischer Utopie — Krieg und Frieden als Thema der soziologischen Theorie  135

Dietmar Kamper  »J'accuse«. Materialien für eine Anklageschrift  160

Horst Stenger  Vom Katastrophenwissen zum Umweltbewußtsein. Wissenssoziologische Schlußbemerkungen  177

 

Die Autoren   197     Literaturverzeichnis    199

 

dnb Buch    qwant Buch    bing Buch    goog Buch    Inhalt.pdf 

 


Dreitzel bei Lauterburg-1998

ähnlich:   deutsche-digitale-bibliothek.de/item/CUKF2OR5SO47LKCG7IM6UYBEVRHKMO7M 

    

prozukunft.org/buecher/ungewollte-selbstzerstoerung 

In diesem Buch geht es um das soziologische Verständnis katastrophaler Entwicklungsprozesse. Dabei ist die zentrale Frage, was die Soziologie zum Verständnis und zur Abwehr solcher Tendenzen beitragen kann.

H. Dreitzel beschäftigt sich mit der Rolle der Angst vor der schleichenden Katastrophe als Voraussetzung eines ökologischen Bewusstseins und als Hemmschuh für entsprechende Handlungen. Er hält die Entwicklung einer "reflexiven Sinnlichkeit" für eine notwendige Bedingung zur Abwehr bzw. zur qualitativen Veränderung katastrophaler Entwicklungsprozesse.

Optimistisch macht H. Berking klar, dass neue soziale Protestbewegungen der Ort sind, wo sich Betroffenheit artikulieren und Druck auf das politische System ausgeübt werden kann.

E. Stölting analysiert die politischen und H. E. Latzke die juristischen Spuren, auf denen die" Risikogesellschaft" ihren Weg ins ökologische Desaster abfedert.

R. Lindner versteht die Medien kritisch als Normalisierungsagenturen, die "in der Kultur vor dem Weltuntergang jede Einzelkatastrophe und ihre Handhabung (als) Zeichen von Normalität" sehen.

Schließlich resümiert H. Stenger wissenssoziologische Überlegungen zur Bewusstseinsbildung. Für ihn ist Katastrophenwissen die Informiertheit über viele zukunftsbedrohende Entwicklungen. Er hält emotionale Betroffenheit für die Grundlage von Umweltbewusstsein, wobei er einräumt, dass Appelle eines solchen Bewusstseins nicht ohne weiteres zu entsprechendem Verhalten führen.   

 

 

 

 

aus wikipedia-2023

Hans Peter Dreitzel (* 3. Januar 1935 in Berlin; † 11. November 2022 in Hohenpeißenberg) war ein deutscher Soziologe und Gestalttherapeut.

Dreitzel begann seine wissenschaftliche Laufbahn 1961 mit seiner Promotion (Auszeichnung als beste Dissertation des Jahres 1961 an der Philosophischen Fakultät der Universität Göttingen) bei Helmuth Plessner und war anschließend als Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl von Hans Paul Bahrdt.

Nach seiner Habilitation 1967 an der Göttinger Universität mit einer Arbeit zum Soziologischen Rollenbegriff wurde er als Assistant Professor an die New School for Social Research in New York berufen, wo er Europäische Soziologie und Soziologische Theorie unterrichtete.

1970 erfolgte die Berufung auf einen Lehrstuhl für Politische Wissenschaften und Soziologie an der Freien Universität Berlin, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 am Institut für Soziologie arbeitete.

In seiner wissenschaftlichen Biographie vollzog er eine Entwicklung von der Politischen Soziologie (Dissertation „Elitebegriff und Sozialstruktur“) über die Untersuchung des Schnittpunkts zwischen Gesellschaft und Individuum (Habilitationsschrift „Die gesellschaftlichen Leiden und das Leiden an der Gesellschaft – Vorstudien zu einer Pathologie des Rollenverhaltens“) und zu sozialpsychologisch-kultursoziologischen („Reflexive Sinnlichkeit“) und psychotherapeutischen („Gestalt und Prozess – eine psychotherapeutische Diagnostik“) Themen.

Zunehmend im Vordergrund seiner Forschungen stand die Soziologie des Körpers und der Emotionen.

Dreitzel absolvierte in den 1970er Jahren eine Ausbildung als Gestalt-Psychotherapeut in Berlin und New York und arbeitete dann als Therapeut, Supervisor und Ausbilder von Gestalttherapeuten.


Schriften (Auswahl)

Elitebegriff und Sozialstruktur. Eine soziologische Begriffsanalyse, Enke, Stuttgart 1962
Die gesellschaftlichen Leiden und das Leiden an der Gesellschaft. Vorstudien zu einer Pathologie des Rollenverhaltens, Enke, Stuttgart 1968
Die Einsamkeit als soziologisches Problem, Die Arche, Zürich 1970
Ungewollte Selbstzerstörung – Reflexionen über den Umgang mit katastrophalen Entwicklungen, (mit Horst Stenger) 1990
Für ein Menschenrecht auf freien Gebrauch von Drogen. 28 Thesen wider die Ideologisierung unseres Diskurses zum Drogenkonsum, 1997
Reflexive Sinnlichkeit. Mensch – Umwelt – Gestalttherapie, EHP, Köln 1992
Emotionales Gewahrsein. Psychologische und gesellschaftliche Perspektiven der Gestalttherapie, dtv, München 1998 (Taschenbuchausgabe von Reflexive Sinnlichkeit)
Reflexive Sinnlichkeit I. Emotionales Gewahrsein. Die Mensch-Umwelt-Beziehung aus gestalttherapeutischer Sicht, Neue, korrigierte Ausgabe, EHP, Bergisch Gladbach 2007
Reflexive Sinnlichkeit II. Gestalt und Prozess – Eine psychotherapeutische Diagnostik oder: Der gesunde Mensch hat wenig Charakter, EHP, Bergisch Gladbach 2004
Reflexive Sinnlichkeit III. Lebenskunst und Lebenslust – Entwicklung und Reifung aus gestalttherapeutischer und integraler Sicht, EHP Bergisch Gladbach 2014


Hans Peter Dreitzel: „Drogen für alle“

           

        

   

 

 

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Hans-Peter Dreitzel - Ungewollte Selbstzerstörung -  Reflexionen über den Umgang mit katastrophalen Entwicklungen - 1990