Wilhelm von Kügelgen

Jugend-
erinnerungen
eines alten
Mannes

 

 

DNB.Buch (106)

1870   

450 Seiten 

Wilhelm von Kügelgen (1870) Jugenderinnerungen eines alten Mannes  

Wikipe Autor *1802 in
Petersburg, ab 1805 Dresden,
bis 1867 (64)

DNB.name (150)  DNB.person

DNB.nummer (106)

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detopia

Biografiebuch   K.htm 

Psychobuch   Sterbejahr 

 

 

 

Chronologische Inhaltsübersicht  

 

Kindheit ab 1802

  • 1802-1805  -- In Rußland und am Rhein  (5)

  • Seit Mai 1805 -- In Dresden im Tepmannschen Hause  (15) 

  • Sommer 1808 -- Landleben in Lotzdorf   (45)

  • Seit Herbst 1808 -- Im <Gottessegen> zu Dresden   (50)

Knabenzeit ab 1809

  • Seit Juni (Okt.) 1809 .... In Herrn Senffs Zucht.  64

  • Sommer 1811 ..... Im Pfarrhaus zu Halle.  86

  • 1812-1813 ......... Die Napoleonische Zeit  103

  • Aug. 1813/Febr. 1814 In Ballenstedt  156

  • Febr./Aug. 1814. .... In Hummelshayn  190

  • 1815-1817........ In der Angerschen Schule zu Dresden und auf dem Begerhauschen  216

  • März 1817 ...... Bei Roller in Lausa zur Konfirmation  262

Gymnasiast ab 1817

  • April 1817. ......... Auf dem Merseburger Schloß   297

  • Fruh)ahr 1817 ....... Auf Schloß Ballenstedt  310

  • Johanni 1817........ Auf dem Gymnasium zu Bernburg, im Hause des Ätti  314 

  • Weihnachten 1817 ... In Dresden: Berufsentscheidung  335

  • Pfingsten 1818 ..... Auf Schloß Ballenstedt  345

Kunstschüler ab 1818 bis 1820

  • Johanni 1818 .... Im Zeichensaal und (seit Oktober) in der Gipsklasse der Dresdener Kunstakademie  359

  • Winter 1818/19 .... - Exil in Lausa .... 381 # Die Wendung des Vaters zur Kirche  397

  • Frühjahr 1819 ....... Junggesellenleben mit dem Vater  403 '

  • Sommer 1819 ....... Wanderung nach Hummelshayn und Hohenstein und der neue Weinberg  410

  • Winter 1819/20 ..... Als Schuler des Vaters im Gipssaal und im Aktsaal  439

  • März 1820. ......... Konfirmation des Bruders und Tod des Vaters  450  

 

detopia:

K.Moritz-Reiser 1785  

Jean Paul (Hesperus)

Theodor Lessing (Einmal und nie wieder)

 


Und in der Ausgabe des Wilhelm Langewiesche-Brandt-Verlages, Ebenhausen bei München, erschienen 1908, „gewidmet in Ehrfurcht seiner Frau Julie von Kügelgen, geb. Krummacher, in Dessau zu ihrem 104ten Jahr ihres Lebens“, steht:

„Die Jugenderinnerungen, die erst nach seinem Tode erschienen, werden die Spur von seinen Erdentagen nie untergehen lassen.“

wikipedia-2021


DDR-Verlagstext:

Wilhelm von Kügelgens Jugenderinnerungen gehören nicht nur zu den bekanntesten Selbstdarstellungen in der deutschen Literatur, sondern seit ihrem ersten Erscheinen 1870 auch zu ihren beliebtesten. 

1855 begann Wilhelm von Kügelgen, seine Jugenderlebnisse aufzuschreiben.

1865, zwei Jahre vor seinem Tode, hatte er die Arbeit daran beendet.

Die Neuausgabe stützt sich auf die kritische Ausgabe von Johannes Werner, die 1924 bei K. F. Koehler in Leipzig erschien.

Von 1954 bis 1959 veröffentlichte Koehler & Amelang eine Neuausgabe, deren 6. Aufl. (1959) dem vorliegenden Text zugrunde liegt. Anmerkungen und Register wurden geringfügig verändert.

1967 veröffentlichten Else und Bernt von Kügelgen bei Koehler & Amelang eine Ausgabe des Werkes Wilhelm von Kügelgens, deren erster Band die „Jugenderinnerungen eines alten Mannes" und deren zweiter Band, „Lebenserinnerungen eines alten Mannes", eine Auswahl seiner Briefe enthält.

Diese Ausgabe kann nicht  weitergeführt werden, weil sich inzwischen bei den Briefen eine veränderte Forschungs­lage ergeben hat.

Wilhelm von Kügelgen läßt seine „Jugenderinnerungen" als in sich geschlossenes, sorgfältig komponiertes Werk mit dem gewaltsamen Tod des geliebten Vaters enden. Dieser Schicksalsschlag traf ihn zu einer Zeit größter Übereinstimmung mit dem Vater. Er beendete die harmonische Jugend auf grausame Weise. 


 

Natürlich fragt der Leser nach der weiteren Lebensgeschichte des damals Achtzehnjährigen.

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Zunächst überwand er die Krise nach dem furchtbaren Ereignis nur schwer. Es sollte für den sensiblen Menschen zum Ausgangspunkt eines lebenslangen Ringens um Wahrheit und Klarheit im christlichen Glauben werden.

Nachdem Wilhelm von Kügelgen sein inneres Gleichgewicht wiedergefunden hatte, schloß er 1825 seine Studien an der Kunstakademie Dresden ab.

1827 heiratete er Julie Krummacher (1804-1909), die Tochter Friedrich Adolf Krummachers, seines „Ätti".

Ihnen wurden sechs Kinder geboren: Bertha (1829-1853, 24), Anna (1831-1919, 88), Gerhard (1833-1866, 33), Adolph (1835-1899, 64), Benno (1837-1915, 78), Elisabeth (1839-1862, 23).

Im Zusammensein mit der Familie fand Wilhelm von Kügelgen immer wieder Glück und Erfüllung. Tiefe Erschütterungen erfuhr er als reifer Mann durch den frühen Tod einiger seiner Kinder.

Dem Petersburger Zarenhof, wo er eine Anstellung als Maler bekleiden sollte, entfloh er; 1833 nahm er jedoch die Berufung als Hofmaler an den Hof des Herzogs Alexius von Anhalt-Bernburg nach Ballenstedt an. Mit diesem Fürstenhof war die Familie Kügelgen gut bekannt, Wilhelms Bruder Gerhard war einige Jahre mit dem Sohn des Herzogs, Alexander Carl, erzogen worden.

Herzog Alexander Carl übernahm die Regierung nach des Vaters Tod 1834. Wilhelm von Kügelgen verdiente den Lebensunterhalt für seine Familie mehr und mehr als Gesellschafter der Herzogin und des Herzogs, der zunehmend geistiger Umnachtung verfiel. Als der Herzog schließlich schwer geistesgestört nach Schloß Hoym bei Ballenstedt gebracht werden mußte, begleitete ihn Wilhelm von Kügelgen als Kammerherr dorthin und blieb bei dem Kranken bis zu dessen Tod 1863.

In der Enge des kleinen, rückständigen Fürstenhofes war Wilhelm von Kügelgen als Mensch wie als Künstler einsam, abgeschnitten sowohl von politischen als auch kulturellen Ereignissen seiner Zeit. Erfüllung suchte er in seinem eigentlichen Beruf als Maler.

Doch zum Leiden unter der Nichtigkeit des Hoflebens, das er verabscheute, kamen quälende Zweifel an der eigenen künstlerischen Meisterschaft, wozu eine sich verstärkende Farbenblindheit beitrug. 

Wilhelm von Kügelgen starb fünfundsechzigjährig am 25. Mai 1867.

464


Worterklärung  

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A

Abbreviatur: Abkürzung 

ablativus absolutus: Sonderfall des lateinischen Satzbaues 

Absolution: das Lossprechen yon Sünden nach erfolgter Beichte 

absorbieren: ganz in Anspruch nehmen 

abstrahieren: von etwas absehen, etwas beiseitelassen

accusativus cum inßnitivo!(lat.) Akkusativ mit Infinitiv

a cheval: (franz.) ursprünglich: beritten, übertragen: zu beiden Seiten, auf beiden Ufern

Ägide: Schutz, Obhut

Asop: griechischer Fabeldichter, 6. Jh. v.Chr.

Affektation: Getue, Ziererei

Affinität: Verwandtschaft

Agende: Gottesdienstordnung

aggressiv: (hier) unternehmend, tatbereit

Agrement: Zustimmung, (hier) Annehmlichkeit

Ajax: griech. Sagenheld aus dem Trojanischen Krieg

akkordieren: vereinbaren

Aktrice: Schauspielerin

Alkoven: Nebenraum, Schlafgemach

Allegorie: Sinnbild, Gleichnis

allegorisieren: versinnbildlichen

Ameubhment: Einrichtung

amphitheatralisch: im Halbkreis aufsteigend nach Art der antiken Theater

Ancetres: (franz.) Ahnen, Vorfahren

animal: (lat., franz.) lebendes Wesen, Geschöpf

animaux: (franz.) Tiere

ante portas: (lat.) vor den Toren; Anspielung auf den viel zitierten .Schreckensruf 1 der Römer, als der karthagische Feldherr Hannibal 211 v. Chr. die römische Hauptstadt bedrohte

Anthropophage: Menschenfresser -

Apotheose: Verherrlichung, Vergötterung

approbiert: gebilligt

Aquavit: Branntwein

Arabeske: (arabische) Verzierung

Argandsche Lampen: nach ihrem Erfinder (1783) genannte Lampen mit Hohldocht oder Rundbrenner, erzeugten durch bessere Verbrennung ein helleres Licht

arithmetisch: zahlenmäßig

Arkadier: im Sinne der humorvollen , Unterscheidung des Dichters Jean Paul Menschen mit ausgeprägter Freude am Schönen, aber schwach entwickeltem Wirklichkeitssinn

armiert: bewaffnet, ausgerüstet

arx nemorosa: (lat.) Hainburg

assez bien: (franz.) ganz gut

Attitüden: Stellungen '

Audienz: (hier) stille Zwiesprache mit sich selbst

Aurikel: Primel

autorisieren: ermächtigen

Avancement: Beförderung

....

 

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