Hans Dollinger

Schwarz­buch der Welt­geschichte

5000 Jahre der Mensch

des Menschen Feind

 

1973 im Südwest-Verlag aus 500 Seiten

Viele Ausgaben

2019 im Regionalia-Verlag 
mit nunmehr 1000 Seiten - "50 Jahre Schwarzbuch". Ich will ja nicht pessimistisch sein, aber: 2050 hat das Buch 2050 Seiten. (detopia-2019)

Hans Dollinger :  Schwarzbuch der Weltgeschichte   (1973)  5000 Jahre       - 

1973  (500 Seiten)  bis 2019  (1000 Seiten)

Wikipedia.Autor *1929 in Oberschwaben

DNB.Autor.Pers   DNB.Autor.Num

DNB.Buch  (Neuauflage 2019)

Googl.Buch   Bing.Buch

 

detopia:  D.htm   Umweltbuch

Geschichtsbuch   1970-Buch

Schwarzbuch.Kommunismus.1997 

Schwarzbuch.Kapitalismus.1999 

Schwarzbuch KGB.1999  

 

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Inhalt

Vorwort 1999 (6)

Literatur (509)

Autor:

Hans Dollinger, *1929 in Biberach, gelernter Buchhändler, Verlagsbuchhändler, Journalist; lebt seit 1956 in München. Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Oskar-Maria-Graf-Gesellschaft seit 1992.

 

Verlagstext:

 Im Leben des einzelnen rächt sich, wenn Unangenehmes ins Unterbewußtsein verdrängt wird. Früher oder später taucht das Ungelöste – nun aber dramatisch böse und unabweisbar – wieder auf und führt zu großer Erschütterung.

Nicht anders aber steht es mit Geschehnissen in Gruppen oder ganzen Völkern. Jeder glaubt ohne weiteres, daß "der Mensch des Menschen übelster Feind ist" – aber keiner möchte es hören, alle möchten lieber alles "verdrängen", auch wenn morgen vielleicht schon das Ungelöste böse und dramatisch hereinbricht. Deshalb also ist die Notwendigkeit, sich damit zu beschäftigen, unabweisbar!

 

Die Geschichte der Menschheit hat diese dunklen Seiten, hat diese Kehrseite, die in den Geschichtsbüchern immer übergangen wird. Über diese schwarze Blätter der Menschheitsgeschichte legt dieses Buch Zeugnis ab: über Verbrechen gegen die Menschen, über Verfolgungen, Vertreibungen, Massenflucht, Aussiedlung und Ausrottung.

 

Augenzeugen und Zeitgenossen sind Berichterstatter dieser Dokumentation der Taten gegen die Menschlichkeit in rund fünf Jahrtausenden; begangen im Namen von Königen, von Völkern, im Namen der Freiheit so gut wie im Namen der Staatsräson oder der Religion. Die dabei handelten, was waren sie: Helden – oder Verbrecher? Vorbilder – oder des Abscheus wert? Idealisten – oder Dummköpfe? Heilsbringer – oder Fanatiker? Führer – oder Verführer?

 

Gilt das Urteil von Jacob Burckhardt über die Weltgeschichte auch heute noch: "Alle politische Größe ist mit furchtbarsten Verbrechen erkauft worden. Der Friede ist nur eine Atempause bis zum nächsten Völkermorden."?

Dieses Buch zeichnet das Bild des Menschen, der Geschichte erleidet, der Opfer einer vom falschen Glanz des Sieges und Ruhmes überdeckten Weltgeschichte ist; Opfer auch des kaum bezähmbaren Triebes zum Hassen und Vernichten.

I.  Altertum und frühes Mittelalter (9)

Vorderasien und Asien um 3000 v. Chr. bis 200 v. Chr. • Das alte Israel um 1500 v. Chr. bis 135 n. Chr. • Das antike Griechenland und Rom in der Zeit um 1000 v. Chr. bis etwa 300 n. Chr. • Im Römischen Weltreich von 64 bis 324 • Die Christianisierung Süd-, West- und Nordeuropas vom 4. bis zum 7. Jh. • Europa während und nach der Völkerwanderung vom 4. bis zum 12. Jahrhundert • Die Christianisierung Osteuropas vom 8. bis zum 12. Jh.  

 

II. Mittelalter und Neuzeit (131)

Europa und der Vordere Orient vom 11. bis zum 15. Jahrhundert • Italien vom 12. bis zum 16. Jahrhundert • Asien und Osteuropa vom 12. bis zum 16. Jahrhundert • In Frankreich, England, Ungarn, Österreich und Deutschland vom 10. bis zum 16. Jahrhundert • Mittel- und Südamerika im 16. Jahrhundert • Frankreich und England im 16. und 17. Jahrhundert • Europa vom 15. bis zum 17. Jahrhundert • Die Inquisition in Spanien, Portugal und in den Niederlanden im 16. und 17. Jahrhundert • Mitteleuropa im Dreißig­jährigen Krieg von 1618 bis 1648 • Rußland vom 16. bis 19. Jahrhundert • Frankreich von der Französischen Revolution bis zu Napoleon I. (1789 bis 1812) • Sklavenhandel in Europa, Afrika und Amerika vom 15. bis zum 19. Jahrhundert • Nordamerika vom 16. Jahrhundert bis heute • England, Frankreich, Deutschland, Österreich-Ungarn, Italien und Polen von 1830 bis 1880 • Asien und Ostasien vom 16. bis zum 20. Jahrhundert 

 

III. Kommunisten, Faschisten, Rassisten und Religionsfanatiker — Das zwanzigste Jahrhundert  (419)

"Weißer" und "roter" Terror in Paris (1871), Petersburg (1905), Rußland (1917 bis 1921), Berlin und München (1919), China (ab 1911) • Terror und Gegenterror im spanischen Bürgerkrieg und im Zweiten Weltkrieg von 1936 bis 1945 • Hitlers "Endlösung" der Judenfrage in Europa von 1933 bis 1945 • Die Sowjetunion und ihr Herrschaftsbereich von 1934 bis heute • Afrika von 1952 bis heute • Südamerika im 20. Jahrhundert • Kriegsverbrechen in Indochina von 1946 bis 1973 • Nordirland seit dem 12. Jahrhundert

 

 

 

 

 

 

 

 

Leseberichte

 

"Wann der sogenannte Homo sapiens damit begonnen hat, gegen seinesgleichen zu wüten, ist ungewiß. Keine Art seiner Vorfahren und Verwandten aus dem Tierreich hat es ihm vorgemacht, er muß von selbst darauf gekommen sein. Hans Dollinger hat sich der widrigen Aufgabe unterzogen, Material dazu aus fünf Jahrtausenden zu sammeln ..." (FAZ)

 


 

Homo homini lupus -

Hans Dollinger schwärzt die Weltgeschichte an

Von Frank Müller (Oktober 2000) bei untier.de und bei literaturkritik.de/id/1636

Nachdruck mit Gestattung von Frank Müller für detopia.de

 

Das Genre der 'Schwarzbücher' macht es sich zur Aufgabe, ganz Unterschiedliches an den öffentlichen Pranger zu stellen: Politische Regime (Kommunismus, Nationalsozialismus), Wirtschaftssysteme (Kapitalismus, EG-Binnenmarkt), Glaubensregeln bzw. Sinnsysteme (Zölibat, Religion, Esoterik), Institutionen (KGB) oder Einzelpersonen (Helmut Kohl). Den Autoren geht es dabei nicht so sehr um eine ausgewogene und alle Aspekte umfassende Darstellung ihres Themas als vielmehr um die investigative Enthüllung seiner mit Makeln behafteten, bedenklichen, gefährlichen, ja kriminellen 'schwarzen' Seite.

Schwarzbücher zeichnen sich durch eine strategisch-polemische Grundhaltung aus. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie - defensiv - aus einer Minoritätenperspektive operieren oder - offensiv - Missstände aufdecken, die längst in das öffentliche Bewusstsein gedrungen sind. Eine weitere Differenzierung der Schwarzbuchliteratur erlaubt die Betrachtung ihrer jeweiligen Reichweite: hadern sie mit Einzelphänomenen oder gilt ihre Kritik einem größeren Ganzen?

Eine diesbezüglich bemerkenswerte Sonderstellung kommt zweifelsohne einer Schrift zu, die mit einer Zeile untertitelt ist, die der berühmten Anthropologie des kriegerischen Egoismus, Thomas Hobbes' "Leviathan" entnommen sein könnte: "5000 Jahre der Mensch des Menschen Feind". Die Rede ist von Hans Dollingers bejahrtem "Schwarzbuch der Weltgeschichte", das nach seiner ersten Auflage 1973 im Münchener Südwest-Verlag jetzt wieder greifbar ist.

Schon beim ersten Durchblättern möchte man der Hobbesschen These von der unbezähmbaren Kriegsnatur im Menschen zustimmen - so erschütternd wirken die zahlreichen Abbildungen von enthaupteten, gepfählten, skalpierten oder auf andere Weise zu Tode gebrachten Menschen. Eine Enzyklopädie des Grauens hat Dollinger zusammengetragen, eine erschreckend vollständige Geschichte der Verfolgungen, Massenfluchten, Aussiedlungen, Hinrichtungen, Völkermorde, Pogrome und Auslöschungen, beginnend mit dem Altertum und frühen Mittelalter bis zu den irischen Religionfanatikern im 20. Jahrhundert. Auch an der Schwelle zum dritten Jahrtausend, so Dollingers ernüchternde Auskunft, habe sich an der menschlichen Mordlust nicht das geringste geändert.

Doch gerade der Umstand, dass das Kompendium die dunkle Kehrseite der Geschichte - des Kollektivsingulars - bilanzieren will, erweist sich als Problem. Denn die als "nie abreißende Kette von Verbrechen" charakterisierte Historie setzt bereits eine Theorie ihrer Verlaufsstruktur voraus, kurz: Geschichtsphilosophie. Dass die Welt voller Gewalt ist, ist eine Tatsache, dass diese Gewalttaten einen inneren Zusammenhang und einen gemeinsamen Antrieb besitzen, hingegen eine Behauptung, die ohne die Annahme eines die Geschehnisse koordinierenden Agens nicht auskommt. Es sei denn, man beantwortet die Frage nach der geschichtlichen Bewegung mit Hinweis auf ihr Subjekt. 

"Eingeschlagene Schädel", schreibt Dollinger, "aus der Urzeit der Besiedlung der Erde ausgegraben, beweisen uns, dass bereits der Vormensch vor Millionen von Jahren seinen andersartigen Bruder erschlug. Nach ihm taten dies alle seine Nachfahren bis heute, wenn sie mit anderen Stämmen und Rassen zusammentrafen."

Auch dieses Argument hält einer kritischer Überprüfung kaum stand.

Da die menschliche Natur beständigem Wandel unterworfen ist, ist es falsch, den Kriegszustand zu einer anthropologischen Konstante zu erklären und damit gleichsam zu verewigen.

Mit schwerwiegenderen Folgen als für andere Genre-Vertreter ist die Darstellung Dollingers von den besonderen Leistungsanforderungen der Schwarzbücher geprägt, der Aufklärung durch Aufdeckung und Anklage des 'Schwarzen'. Durchbrochen wird die Stilisierung der Geschichte zur Kriegsgeschichte deshalb nur dort, wo Dollinger ausdrücklich die historischen Bedingungen hervorhebt, denen die Bluttaten entsprungen sind. Dass sie im Namen von Königen, von Völkern, der Freiheit, der Religion, oder der Staatsräson begangen wurden, weist darauf hin, dass Krieg und Gewalt keine festen Größen sind, sondern in ihrer kulturellen Bedeutung durchaus variieren. Auch wenn manches an diesem Buch auf mangelnde Sorgfalt im Umgang mit den Quellen hinweist, besitzt das "Schwarzbuch der Weltgeschichte" einen anderen, bislang noch nicht gewürdigten Wert.

In den 1970-er und 1980-er Jahren existierte eine Vielzahl von Untersuchungen, die sich mit der atomaren Kriegsdrohung auseinandersetzten und die Frage nach der Ursache der menschlichen Kriegslust stellten, etwa Erich Fromms "Anatomie der menschlichen Destruktivität" (1974) oder Johannes Kneutgens "Der Mensch - ein kriegerisches Tier" (1970). In diesem Zeitklima ist auch das vorliegende Schwarzbuch situiert. Als Abschreckungsfibel will es das Bewusstsein des zeitgenössischen Lesers schärfen. Es ruft dazu auf, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und die bevorstehende Katastrophe abzuwenden. 

Für uns Heutige, denen sich der Untergang eher durch Börsen-Crashs, Killerviren oder den ökologischen Kollaps denn durch kriegerische Verheerungen ankündigt, beansprucht das "Schwarzbuch der Weltgeschichte" seinen Platz in der Bibliothek pazifistischer Literatur. 

 


 

Von Claus Wolfschlag (jungefreiheit.de  35/2004)

 

Eingeschlagene Schädel, die man aus der Urzeit der Erdbesiedlung ausgegraben hat, belegen, daß bereits der Vormensch Mitglieder seiner eigenen Gattung getötet hat. Jenseits der strahlenden Geschichte der Sieger existiert eine dunkle Parallelüberlieferung. Dieser oft wenig bekannten Geschichte der Opfer, der Ermordeten hat sich der Historiker Hans Dollinger nun schon in mehreren Neuauflagen verschrieben.

Seit dem dritten Jahrtausend vor Christus können Zeitzeugenberichte und historische Nachbetrachtungen als Quellen herangezogen werden, um zu dokumentieren, wie der Mensch immer wieder neue Argumente fand, andere Menschen grausam zu versklaven, zu foltern und zu massakrieren. Dollinger führt den Blick von den frühen Hochkulturen über das antike Rom zu den christlich deklarierten Ketzerverfolgungen und Hexenfolterungen des Mittelalters.

Neuzeit und Gegenwart bis zu den Anschlägen vom 11. September 2001 werden, wenngleich bisweilen verkürzt, behandelt. Der Antisemitismus der Nationalsozialisten wird ebenso erwähnt wie der kommunistische Terror oder die Massaker der Hutus an den Tutsi in Afrika. Auch der Bombenkrieg gegen Deutschland und die Vertreibung bleiben nicht ausgespart.

Einige Beispiele: Der Assyrerkönig Assurnassirpal II. brüstete sich damit, seine mesopotamischen Feinde lebendig einzumauern, Mauern mit ihrer Haut zu überziehen, sie zu pfählen und ihre Leiber als Girlanden zusammenzustellen. Der israelitische König David ließ das Volk der eroberten Stadt Rabba nach der Überlieferung zersägen und in Ziegelöfen verbrennen. Als die Römer Karthago eroberten, brannte die Stadt noch 17 Tage nach der Zerstörung. Constantius Chorus tötete in einer einzigen Schlacht 60.000 Alemannen.

Ein mittelalterlicher Kreuzzug von 20.000 deutschen Kindern endete durch kriminelle Schleuser für die Mädchen in diversen Bordellen, für die Knaben in der Sklaverei.

1214 stürzten sich angeblich 60.000 chinesische Mädchen vor den Mauern Pekings in die Gräben, um nicht den mongolischen Reitern, die die Stadt eroberten, in die Hände zu fallen. Die Mongolen waren dafür berüchtigt, Vergnügen darin zu finden, ihren Feinden siedendes Silber in die Augen zu gießen und lange Nägel in die Ohren zu treiben.

1401 ließ der Herrscher Timur in Bagdad ein Siegesdenkmal aus 90.000 abgeschlagenen Köpfen von Gefangenen errichten.

Ein Uniformierter der französischen Revolution berichtete von seinem Wüten gegen Revolutionsgegner in einem Gefängnis 1792: "Seit Stunden haue ich links und rechts Gliedmaßen ab, ich bin müder als ein Maurer, der seit zwei Tagen Gips rührt."

Und die Engländer richteten 1858 indische Rebellen, indem sie sie einfach vor Kanonenrohre banden.

Wer nach dieser erschütternden Auflistung jahrtausendelangen Hinschlachtens noch ernsthaft daran zweifelt, daß der Mensch je etwas anderes als des Menschen Wolf war, dem ist nicht zu helfen.

 


 

 

Lehrreich     2003 Von D. Schwarz  bei Amazon

Das Buch beinhaltet eine sehr interessante Auflistung von Verfolgung und Ausrottung, Blutbädern und Massakern innerhalb und außerhalb der bekannten oder bereits vergessenen Kriege der Menschheitsgeschichte - an kaum einer der sonst gepriesenen Herrscherfiguren der Geschichte bleibt der Heiligenschein noch wirklich hängen. Selbst Fortgeschrittene in Dingen der Kriegsgeschichte werden noch dies und jenes finden, was ihnen unbekannt war. 

Das Buch leidet allein unter dem Manko mangelnder Aktualität, da es bereits 1973 erstmalig erschienen ist. Nur im Vorwort der aktuellen Ausgabe wird stichwortartig auf Geschehnisse der letzten dreißig Jahre eingegangen. Dies betrifft auch den Bereich von Verfolgung und Unterdrückung im Sowjetstaat, da diese Erkenntnisse erst mit dem Fall des Eisernen Vorhangs und der (teilweisen) Öffnung der ehemaligen sowjetischen Archive Ende der 80er Jahre des 20. Jh. ans Licht der Öffentlichkeit traten. 

Will man jedoch nur einen allgemeinen Blick auf die Kehrseite der Zivilisation werfen, ohne Anspruch auf neueste Forschungen, ist dieses Buch uneingeschränkt zu empfehlen.

 


 

Monumental und einzigartig    2008  Von Helmut Seeger, Karlsruhe, bei Amazon

 

Was Hans Dollinger hier geleistet hat, ist unzweifelhaft eine der ganz großen Hervorbringungen der Geschichtsschreibung. 5000 Jahre Menschheitsgeschichte von Mord und Totschlag auf 700 Seiten (in Kleinschrift, bei Normaldruck wäre es wohl das Doppelte bis Dreifache an Umfang) unterzubringen, ist nicht nur beachtlich, sondern in seiner Komprimierung auch noch äußerst gelungen. Einzelne Kapitel dieses Buches ersetzen ganze Geschichtssemester. Ich hätte mir gewünscht, ich hätte dieses Buch als Schüler im Leistungskurs Geschichte gehabt. 

Dollinger beschränkt sich auch nicht auf Europa, er beginnt das erste Kapitel beim frühen Asien um 3000 v. Chr. Und geht über zum alten Israel sowie zum antiken Griechenland und schließlich zum römischen Weltreich, das schließlich in der Völkerwanderung sein Ende findet. Das zweite Kapitel beschreibt die Gräuel des Mittelalters in Europa, Osteuropa und Asien, blendet aber auch die Kolonialisierung Lateinamerikas und den Sklavenhandel sowie die Entwicklung in Asien und Ostasien vom 16. Bis 20 Jahrhundert nicht aus. Das dritte Kapitel befasst sich mit den modernen Schlächtereien des 20. Jahrhunderts inklusive der afrikanischen Geschichte - in der aktualisierten Fassung bis hin zu Al Quaida.

Ungeheuer beeindruckend ist es, wie Dollinger die Vielzahl an Quellen zu einem komprimierten, aber stets fesselnden Überblick zusammenfügt, der seinesgleichen in der Geschichts­schreibung nicht hat. Dies ist nicht nur ein Buch für Skeptiker, sondern für alle politisch Interessierten. Es zeigt die Grundregeln auf, wie Gesellschaften zu allen Zeiten funktionieren und zeigt insbesondere die Mechanismen des Zusammenbrechens der Ordnung und die Strukturen von Gewaltherrschaft in allen ihren Facetten. 

Der einzige erkennbare Nachteil ist, dass Dollinger sich beim Beschreiben der Gräuel allzu sehr auf Geschichtsschreiber stützt, welche häufig nur noch statistische oder zusammen­fassende Aufzählungen von Folter- und Mordtaten präsentieren. Viel erschütternder sind in der Regel noch die Augenzeugenberichte dieser Massaker.

 

 

 

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