Prof. Dr. phil

Roger Willemsen

Wer wir waren

Eine Zukunftsrede

 

 

 

2016 bei S. Fischer
60 Seiten

Wikipedia Autor   *1955 in Bonn
bis 2016 (60, Krebs, keine Kinder)

DNB.Person   dnb.Name (350)

dnb.Nummer (120)

Bing.Buch    Goog.Buch  

detopia: 

Umweltbuch   Psychobuch

W.htm    Sterbejahr  

detopia   Wolfgang Herrndorf     Christoph Schlingensief   Jürgen Fuchs     Kamenz-Rede Hans-E. Wenzel    Notausgang Crutzen    Martin Neuffer 1992 

 

Audio 2016  Vermächtnis  5 min

dlf  essay-wer-wir-waren-zukunftsrede-roger-willemsens 2016

Audio 2017  Claudia Roth 2 min

Audio 2021 über Kinofilm Wer wir waren  (8 min)

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detopia-2019: 

Die "Zukunftsrede" fasst Zeitphänomene zusammen, über die ich auch nachdenke (etwa die Smartphonesucht). Ob es insgesamt so bedeutend ist, weiß ich noch nicht. Mir scheint, das die Überschwänglichkeit gilt mehr der Person. Es sind doch (nur) 60 Seiten mit neun Wörtern auf der Zeile. Da kann man nicht in die Tiefe gehen. Ein paar Feinheiten sind jedoch dabei.

Aber ich gebe zu, dass ich nur Kulturpessimismus gelten lasse bzw. sowas zuerst suche.

Das Selbstmordbuch von 1986 scheint mir "groß" zu sein (wichtig, nützlich, bedeutend). Es bereitet verstreutes Wissen auf (das nur schriftlich existiert und worüber nie geredet wird), damit wir es handhaben können (um Selbstmorde unnötig zu machen).

Es schaudert einen, wenn man die Titel seines ersten und letzten Buches nebeneinander liest: Der Selbstmord - Wer wir waren.

 

 

 

zu Süddeutsche Zeitung, 10.01.2017
Rezensent Jens Bisky ist dankbar, dass die Literaturkritikerin Insa Wilke die von Roger Willemsen im Jahre 2015 gehaltene Zukunftsrede nun als Buch herausgegeben hat. Ein letztes Mal vernimmt der Kritiker die Stimme des neugierigen Intellektuellen, dem hier erneut Erstaunliches gelingt: "Geistesgegenwärtige" Kulturkritik jenseits aller Standardargumente, lobt Bisky. Ganz ohne Klage- oder Erweckungsgesänge, dafür mit umso mehr Erkenntnislust betrachte Willemsen die technologisierte Gegenwart, die Zukunftsszenarien und den Menschen im Gemenge der Informationen, Impulse und bildgeleiteten Affekte, so der Rezensent, der nicht zuletzt bewundert, wie ihm der Autor Begrifflichkeiten wie Bewusstsein, Ich-Entstehung oder die Gegenwart unter digitalisierten Verhältnissen erklärt.

 

zu Die Zeit, 08.12.2016
Gleich mit zweifachem Schaudern hat Iris Radisch Roger Willemsens unvollendetes, nun posthum veröffentlichtes Buch "Wer wir waren" gelesen. Zum einen kann die Kritikerin während der Lektüre dieser "bestürzenden" Abrechnung mit unserer Gegenwart kaum ausblenden, dass Willemsen die tödliche Krankheit während des Schreibens schon in sich trug. Zum anderen erscheint ihr das Werk, in dem der Autor aus der Perspektive der Nachgeborenen auf aktuelle seelische und ökologische Müllhalden blickt, wie die Abrechnung eines "schwer enttäuschten Moralisten", dessen einzige Hoffnung darin bestand, geistesgegenwärtig im Augenblick zu leben.

Trotz aller Melancholie und Trostlosigkeit kann die Rezensentin diese "eindringliche Predigt" nur dringend empfehlen.

 

zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.12.2016
Hannes Hintermeier versucht, in Roger Willemsens Essay zu seinem letzten großen Buchprojekt zu erkennen, worauf der Text wohl hinausgelaufen wäre. Ob es ein stringentes Buch über unsere Gegenwart geworden wäre, kann er nur vermuten. Der Essay ist für ihn ein Brühwürfel aus treffenden Beobachtungen, Witzigem, Skurrilem und Theorieschnipseln. Willemsen schreibt über das Ende epischer Strukturen, "Filialexistenzen" vor multiplen Screens und den Verfall der Manieren, laut Hintermeier elegisch, ironisch, ernst und zum Glück nicht völlig kulturpessimistisch.

 

 

 

 

 

 

 

1986

Der Selbstmord

Briefe, Manifeste, literarische Texte

In Berichten, Briefen, Manifesten, Dokumenten und literarischen Texten

dnb.Buch

1986: 516 Seiten      1989: 516         2002: 356          2006: 437

 


Inhalt       Inhalt-1986.pdf

 

Einleitung  (13) Roger Willemsen:


Teil 1

Lucius Annäus Seneca: Brief über den Selbstmord  (55)

Denis Diderot: Erhaltung  (62)

Georg Büchner: Rede zur Vertheidigung des Cato von Utika  (63)
August Strindberg: Über Selbstmord  (73)
N. N.: Abschiedsbrief  (75)
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens: Selbstmörder  (76)
Anton Klingler: Greuel der Selbst-Mörderey   (83)
Emil Weber/Robert Friese: Der Selbstmörder im Geisterreich  (86)

Gesetzestext von 1787  (91)
Paragraph einer Gerichtsordnung von 1534  (91 )
Selbstmörderbestattung 1608  ((92)
Paragraph des Kirchenrechts  (93)

N. N.: Abschiedsbrief  (95)
David Hume: Über Selbstmord  (96)
Giacomo Casanova: Kurze Betrachtung eines Philosophen, der in die Lage kommt, an Selbstmord zu denken  (108)
Jean Dumas: Widerlegung derjenigen Vertheidigung des Selbstmords, welche in dem Buche, »Systeme de la Nature«, zu finden ist  (110)
Arthur Schopenhauer: Über den Selbstmord   (117)
Max Raphael: Über den Selbstmord   (123)
N. N.: Zwei Abschiedsbriefe   (137)
Marie-Nicolas-Silvestre Guillon: Unterhaltungen über den Selbstmord  (138)
Giacomo Leopardi: Fragment über den Selbstmord  (148)
Anne Louise Germaine de Stagl-Holstein: Betrachtungen über den Selbstmord   (152)
Sören Kierkegaard: Frage, ob es psychologisch richtig sei, ob es bloß, psychologisch, sich denken ließe (160)
N. N.: Zwei Abschiedsbriefe (161)
Friedrich Benjamin Osiander: Von den Ursachen des Selbstmordes 162
C. A. Diez: Über das Hinunterschlingen unverdaulicher Dinge 174
Leopold Auenbrugger: Von der stillen Wuth oder dem Triebe zum Selbstmorde 181
Alfred Adler: Über den Selbstmord 196
Heinrich Meng: Gespräche mit einer Mutter über Selbstmord 205
Victor Tausk: Abschiedsbrief an Sigmund Freud  (224)
N. N.: Zwei Abschiedsbriefe   (227)
Charles de Montesquieu: Die Selbstmörder 228
Thomas Masaryk: Wetter, Winde, Wochentage  (230)
Albert Eulenburg: Kinder-und Jugendselbstmorde  (235)
Dr. Rehfeldt: Der Tatbestand des Selbstmords   (241)
D. M. Bogdanoff: Die Selbstmord-Epidemie in Sowjet-Rußland   (251 )
Gottfried Benn: Über den Selbstmord im Heer   (253)
N. N.: Abschiedsbrief  (261)
Hans Blüher: Empedokles oder Das Sakrament des freien Todes   (262)
Albert Camus: Das Absurde und der Selbstmord   (265)
Paul Robin: Technik des Selbstmords   (269)
Jacques Rigaut: General-Agentur für den Suizid  (273)


Teil 2

 

Jacopo da Voragine: Der Selbstmord des Judas  279
Abraham a Santa Clara: Der Selbstmord des Judas  (280)
Dante Alighieri: Inferno, dreizehnter Gesang 281
Matthias Claudius: Auf einen Selbstmörder  285
Samuel Taylor Coleridge: Disput über den Selbstmord (286)
N. N.: Abschiedsbrief 287
Fjodor M. Dostojewski: Über den Selbstmord  288
Thomas Chatterton: Die geschlagenen Väter  308
Nikolaus Lenau: Der Selbstmord  312
Georg Christoph Lichtenberg: Zwei Aphorismen über den Selbstmord, Rede eines Selbstmörders kurz vor der Tat aufgesetzt  (313)
N. N.: Zwei Abschiedsbriefe  315
Christian Heinrich Spieß: Drey auf einmal, der vierte war klüger  316
Johann Christian Kestner: Nachrichten über den Tod Jerusalems  323
Bettina Brentano: Bericht über den Selbstmord der Günderrode  (329)
D. Buzy: Carl Einsteins Tod 346 
Georg Heym: Morituri 352
Adolph Grillparzer: Abschiedsbrief 353
Fanny Godwin: Abschiedsbrief 354
Charlotte Stieglitz: Abschiedsbrief an Heinrich Stieglitz 354
Kane: Abschiedsbrief 355
Else Lasker-Schüler: Selbstmord 356
Georg Heym: Der Tod der Liebenden 356
Alfred Wolfenstein: Die Wiederkunft  (358)
N. N.: Zwei Abschiedsbriefe 365
Friedrich Hebbel: Die Kuh 366
Gustav Sack: Der Rubin 371
Arthur Schnitzler: Andreas Thameyers letzter Brief  (376)
Karl Otten: Der Sprung aus dem Fenster  384
N. N.: Abschiedsbrief  391
Johann Friedrich Ernst Albrecht: Herr von P  (392)
Julius Heinrich Gottlieb Schlegel: Selbstmorde durch Erschießen 396
Heinrich Conrad John Reuling: Die Obduktion der Leiche Mercks 402
Giacomo Casanova: Der Selbstmord des Albergoni  (406)
N. N.: Zwei Abschiedsbriefe 411
Anonymer antiker Verfasser: Der Selbstmörder (412)
Heinrich von Kleist: Letzter Brief an Marie von Kleist  (412)
Carl von Hohenhausen: Abschiedsbrief an den Vater (413)
Alfred Lichtenstein: Der Selbstmord des Zöglings Müller 423
Edme Theodore Bourg: Letzte Aufzeichnungen, meinen Kindern zu übergeben 430
Albert Ehrenstein: Der Selbstmörder 434
Cesare Pavese: Letzte Briefe 435
Konrad Bayer: nach trag 436
N. N.: Abschiedsbrief 439
Franfois Nicolas Buzot: Abschiedsbrief an Frau und Freunde 440
Sergej Jessenin: Leb wohl, liebster Freund  441
Wladimir Majakowski: Nachruf auf Sergej Jessenin  (442 )
Bertolt Brecht: Epistel über den Selbstmord 448
Miroslav Krleia: Tausendundein Tod 449
Yamamoto Tsunetomo: Harakiri 456

Franz Kafka: Der Selbstmord Don Quixotes 461

N. N.: Abschiedsbrief 463

Thomas Touchwood: Selbstmord auf Subscription  (465)

Jacques Rigaut: Ich werde ernst sein  (465)

Pierre Drieu La Rochelle: Abschied von Gonzague  (470)
La Revolution Surrealiste: Enquete - Ist Selbstmord eine Lösung? 478


 

Quellennachweise und Anmerkungen  (505)

 

 

 

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