Oswald Spengler

Audio 2008  90 Jahre Untergang des Abendlandes  

 

Audio 2012  Spenglers Endzeitszenarien

 

Wikipedia.Autor *1880 im Harz bis 1936 (56)

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Einige Spengler-Bücher

1918:  Der Untergang des Abendlandes  (1917-1923) 

1920:  Preußentum und Sozialismus 

1931:  Der Mensch und die Technik 

1933:  Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung   

1987   Spengler's Rache - Eine Betrachtung aus Frankreich 

 


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detopia:

Spengler wird oft als einer der geistigen Wegbereiter des deutschen Faschismus bezeichnet. Dieser Vorwurf wird wohl mit dem antidemokratischen Gehalt von UdA begründet. Und tatsächlich läßt sich nachweisen (etwa an internen Reden der Naziführer, Stichwort: Goebbels-Geheimrede: "Unser Sieg ist ein Naturgesetz!"), daß sie von UdA inspiriert sein könnten (oder von einem ähnlichen, also einem anderen Buch, aus dem auch Spengler schöpft).

Jedoch: »Nichts hat das deutsche Volk – dies muß immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden – so erbittert, so haßwütig, so hitlerreif gemacht wie die Inflation«, schrieb Stefan Zweig 1939 in seinen autobiographischen Erinnerungen. (Quelle: C. Zeile zur reck-biografie).


Daten   der Biografie von Oswald Spengler aus www.dhm.de

 

1880 
29. Mai: Oswald Spengler wird als zweites Kind des Postsekretärs Bernhard Spengler und seiner Frau Pauline (geb. Grantzow) in Blankenburg (Harz) geboren.

1899-1903 
Nach dem Abitur Studium der Mathematik und der Naturwissenschaften in Halle, München und Berlin.

1904 
Promotion an der Universität Halle mit der Schrift "Der metaphysische Grundgedanke der Heraklitischen Philosophie".

1908-1911 
Gymnasiallehrer in Hamburg für die Fächer Naturwissenschaft, Mathematik, Deutsch und Geschichte.

1911 
Nach der Übersiedlung nach München arbeitet Spengler zunächst als Kulturredakteur für verschiedene Zeitungen, danach als freier Schriftsteller und Privatgelehrter.

ab 1914 
Veröffentlichung mehrerer Schriften, in denen er sein stark monarchistisches und antiparlamentarisches Programm entwickelt.

1915 
Den Ausbruch des Ersten Weltkriegs bezeichnet Spengler in seiner Denkschrift "An den Kaiser Wilhelm" als "den größten Tag der Weltgeschichte".

1918-1922 
Veröffentlichung seines zweibändigen Hauptwerks "Der Untergang des Abendlandes", das in seiner kulturpessimistischen Geschichtsdeutung stark auf das vom Ausgang des Ersten Weltkriegs enttäuschte Bürgertum wirkt.

1919 
Januar: Spengler lehnt eine ihm angetragene Professur für Philosophie an der Universität Göttingen mit der Begründung ab, er wolle die noch verbleibende Zeit gänzlich für die Fortführung seines Werkes nutzen. 
November: Auszeichnung mit dem Ehrenpreis der Stiftung des Nietzsche-Archivs.

1920 
Dezember: Veröffentlichung der Schrift "Preußentum und Sozialismus", abgefaßt aus "Ekel und Erbitterung" über die "dümmste und feigste ... Revolution der Weltgeschichte".
Bekanntschaft mit Arthur Moeller van den Bruck, einem der Theoretiker der Konservativen Revolution, mit dem ihn fortan eine lockere Freundschaft verbindet.

1923 
8./9. November: Spengler wird Zeuge des Auftritts Adolf Hitlers im Münchener Bürgerbräukeller, der dem Hitler-Putsch unmittelbar vorangeht.

1924 
26. Februar: Vor dem "Hochschulring deutscher Studenten" hält Spengler eine Rede über "Politische Pflichten der deutschen Jugend" und verurteilt dabei "das Gaukelspiel allgemeiner Wahlen und einer freien Presse". 
In seinem Buch "Neubau des Deutschen Reiches" prangert er die Degeneration der "freien Verantwortlichkeit" an und brandmarkt deutsche Beamte als "philiströse Aktenschlepper".

1925 
Das Angebot Gregor Strassers, der ihn für die Mitarbeit an den "Nationalsozialistischen Monatsheften" zu gewinnen versucht, weist Spengler mit dem Hinweis auf die "primitive Lösung des Antisemitismus" durch die Nationalsozialisten zurück.

1931 
Veröffentlichung der Schrift "Der Mensch und die Technik", in der Spengler der abendländischen Kultur einen notwendigen und ausweglosen Sterbensvorgang voraussagt.

1932 
In der Abhandlung "Jahre der Entscheidung" führt er seine pessimistische Kulturphilosophie weiter aus und polemisiert gegen die Akademiker, die er als "Schwätzer und Hetzer" entlarvt.

1933 
18. März: Das Angebot von Joseph Goebbels, am "Tag von Potsdam" eine Rede zu halten, lehnt Spengler ab. 
14. Juni: Dem Ruf auf eine Professorenstelle für Kultur- und Universalgeschichte in Leipzig kommt Spengler nicht nach. 
25. Juli: Einzige persönliche Unterredung mit Hitler in Bayreuth. Vom Nationalsozialismus, mit dem er anfangs sympathisiert, rückt er in der Folgezeit immer deutlicher ab. 
31. August: Im NS-Organ "Völkischer Beobachter" wird Spengler vorgeworfen, in seiner Schrift "Jahre der Entscheidung" weder Hitler noch die "nationalsozialistische Bewegung" gewürdigt zu haben. 
27. September: Obwohl noch in den Senat der "Deutschen Akademie" gewählt, darf Spengler fortan im Rundfunk nicht mehr erwähnt werden.

1936 
8. Mai: Oswald Spengler stirbt in München.
("....an den schweren soßen seiner schwester, die eine unvergleichliche Köchin war." - laut reck und friedell)

 

 

 

Ist Weltfriede möglich? 

Telegraphische Antwort

auf eine amerikanische Rundfrage

von Oswald Spengler 1936

zeno.org  Spengler Oswald Reden  Weltfriede 

 

Die Frage, ob der Weltfriede je möglich sein wird, kann nur ein Kenner der Weltgeschichte beantworten. Kenner der Weltgeschichte sein heißt aber, die Menschen kennen, wie sie waren und immer sein werden. 

Es ist ein gewaltiger Unterschied, den die meisten Menschen nie begreifen werden, ob man die Geschichte der Zukunft betrachtet, wie sie sein wird oder wie man sie gern haben möchte. 

Der Friede ist ein Wunsch, der Krieg eine Tatsache und die Menschengeschichte hat sich nie um menschliche Wünsche und Ideale gekümmert. Das Leben ist Kampf unter Pflanzen, Tieren und Menschen, ein Kampf zwischen einzelnen, Klassen der Gesellschaft, Völkern und Staaten, ob er sich nun in wirtschaftlichen, sozialen, politischen oder militärischen Formen abspielt. Es ist ein Kampf um die Macht, seinen Willen, Vorteil oder seine Meinung vom Nützlichen oder Gerechten durchzusetzen, und wenn andre Mittel versagen, wird man immer wieder zum letzten greifen, der Gewalt. 

Man kann den einzelnen, der Gewalt anwendet, einen Verbrecher nennen, eine Klasse revolutionär oder Landesverräter, ein Volk blutdürstig, aber das ändert nichts an der Tatsache. 

Der heutige Weltkommunismus bezeichnet seine Kriege als Aufstände, Kolonialreiche als Befriedung fremder Völker, und wenn die Welt ein Einheitsstaat wäre, würde man die Kriege Aufstände nennen. 

Das sind alles nur Unterschiede in Worten. Es ist eine gefährliche Tatsache, daß heute nur die weißen Völker vom Weltfrieden reden, nicht die viel zahlreicheren farbigen. Solange einzelne Denker und Idealisten das tun – sie haben es zu allen Zeiten getan –, ist es wirkungslos. 

Wenn aber ganze Völker pazifistisch werden, ist es ein Symptom von Altersschwäche. Starke und unverbrauchte Rassen sind es nicht. Es ist ein Verzicht auf die Zukunft, denn das pazifistische Ideal bedeutet einen Endzustand, welcher der [293] Tatsache des Lebens widerspricht. 

So lange es menschliche Entwicklung gibt, wird es Kriege geben. Wenn aber die weißen Völker des Krieges so müde werden sollten, daß die Regierungen sie unter keinen Umständen mehr dazu bringen könnten, dann würde die Welt das Opfer der Farbigen sein, wie das römische Reich den Germanen zufiel. 

Pazifismus heißt, den geborenen Nichtpazifisten die Herrschaft überlassen, unter denen immer auch Weiße sein werden, Abenteurer, Eroberer, Herrenmenschen, die Zulauf finden, sobald sie Erfolg haben. Wenn heute in Asien eine große Erhebung gegen die Weißen stattfände, würden sich unzählige Weiße ihr anschließen, weil sie des friedlichen Lebens müde sind. 

Der Pazifismus wird ein Ideal bleiben, der Krieg eine Tatsache, und wenn die weißen Völker entschlossen sind, keinen mehr zu führen, werden die farbigen es tun und die Herrscher der Welt sein. 

 

 

Thomas Tartsch

Denn der Mensch ist ein Raubtier. 

Eine Einführung in die politischen Schriften und Theorien Oswald Spenglers.  

2001 aus:  inter-cultural.de 

 

An Spengler führt heute wohl kein Weg mehr vorbei, berufen sich doch Autoren wie Huntington nicht zuletzt auf seine Kulturkreistheorien und seine Vorstellungen vom Aufstieg und Niedergang der großen Weltkulturen. Unsterblich geworden durch sein Mammutwerk "Der Untergang des Abendlandes", ist Spengler heute wieder in die Diskussion zurückgekehrt. Das beweisen zum Beispiel einige Veröffentlichungen in letzter Zeit, wie die von Thomas Tartsch.

Der Autor hat sich der Aufgabe angenommen, eine Einführung zu Spengler zu schreiben, die sicherlich lange schon nötig war. Sein Buch teilt sich in zwei große Kapitel, von denen das erstere die Biographie Spenglers behandelt, während sich der zweite Teil mit den wichtigsten Werken Spenglers auseinandersetzt.

Spenglers Leben zu beschreiben erfordert immer ein gewisses psychologisches Gespür, denn anders kann man der Persönlichkeit Spenglers nicht Herr werden. Man muss sich ganz auf seine Gedankenwelt einlassen und verstehen, welche psychologischen Ursachen hinter vielen seiner Aussagen, seinen Handlungen und letztlich hinter seinem gesamten Werk stehen. Tartsch beweist genau das. Der knüpft die nötigen Verbindungen zwischen Spenglers Persönlichkeit und seinem Werk und wirbt dabei um Verständnis für den Denker Spengler. Die Biographie ist lesenswert. Sie ist - und das hat Tartsch natürlich erkannt - Grundvoraussetzung, um Spenglers Aussagen wirklich nachvollziehen und verstehen zu können.

Doch auch im zweiten Teil seines Buch überzeugt Thomas Tartsch mit profundem Wissen über das Spenglersche Werk. Relativ komprimiert widmet er sich jeweils den wichtigsten Veröffentlichung Spenglers: dem "Untergang des Abendlandes", "Preußentum und Sozialismus", "Politische Pflichten der deutschen Jugend", "Neubau des Deutschen Reiches", "Der Mensch und die Technik" sowie "Jahr der Entscheidung". Natürlich ist es gerade bei so umfangreichen Werken wie dem "Untergang des Abendlandes" schwer, die Gesamtheit der Aussagen darzustellen, doch Tartsch meistert diese Aufgabe durchaus mit viel Geschick, so dass man am Ende die wesentlichen Eindrücke aus den verschiedenen Publikationen Spenglers mitnimmt.

Tartsch konzentriert sich natürlich vor allem auf die komprimierte und möglichst verständliche Wiedergabe der Inhalte der einzelnen Texte, schließlich versteht sich sein Buch als "Einführung in die politischen Schriften und Theorien Oswald Spenglers". Dennoch geht er immer auch mit Kritik an Spengler um, ist sich der Schwachstellen dessen Theorien offensichtlich im Klaren und verschweigt diese auch nicht. Gleichzeitig durchleuchtet er auch immer die Gründe für Spenglers Erfolg oder Nicht-Erfolg. Noch ausführlicher geht er auf die historische Einordnung der Texte ein. 

Gerade die Bewertung Spenglers als "Wegbereiter des Nationalsozialismus", als der er oft gesehen wird, erfährt eine gründliche Behandlung - und vehemente Widerlegung - durch Tartsch, der immer wieder auf Spenglers harsche Kritik an Hitler und der Politik des Nationalsozialismus zurück kommt. Allgemein lässt sich sagen, dass Thomas Tartsch eher um die Einordnung Spenglers in den Zeitkontext bemüht ist und leider nur sehr wenig oder eher vage auf Spenglers Bedeutung für die heutige Zeit eingeht. Hoch anzurechnen ist dem Autor allerdings wiederum, dass er einen der für die Aktualität wohl wichtigsten Punkte anspricht: Spenglers Demokratiekritik, deren Betrachtung sich gerade in diesen Tagen lohnen würde.

Leider wird das Lesevergnügen durch etliche orthographische Fehler beeinträchtigt. Sie ändern zwar nichts an der Qualität der Aussagen des Buches, doch sind sie dem Gesamteindruck ein wenig abträglich. Nichtsdestotrotz ist Thomas Tartsch' Buch ein wichtiger, nützlicher und längst nötiger Beitrag zur Spengler-Forschung, der jedem Interessierten einen ersten Einblick in das Werk des Denkers geben wird. Ich lege es jedem ans Herz, der sich für Spengler interessiert.

 

 

 

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 Oswald Spengler 1880-1936