Christian Schwägerl

Menschenzeit

 Zerstören oder gestalten?

Wie wir heute die Welt von morgen erschaffen

Die entscheidende Epoche unseres Planeten.

Geleitwort von Paul Crutzen

 

2010 bei Riemann, 320 Seiten

2012 bei Goldmann, 380 Seiten, überarbeitet und aktualisiert

2010

wikipedia Autor 
*1968 in der Oberpfalz

DNB Autor 

 

detopia:

S.htm    Umweltbuch  

Dirk Fleck   Niko Paech 

Mike Davis    Paul Crutzen

 


Inhalt

Vorwort des Chemie-Nobelpreisträgers Paul J. Crutzen (7-8)

I. Das Zeitalter des Menschen  Eine künstliche Erde (9)   Paul Crutzens große Idee (17) Botschaften aus der tiefen Vergangenheit (33)   Der Kult des Jetzt (41)

II. PLANET AUF PUMP  Faule Kredite (55)  Die Leere der Meere (59)  Lebensvielfalt als Kapital (70)   Klimaspekulanten (83)

III. GEZÜCHTETE WELT  Internet im Acker (100)  Berührte Natur 119  Die Weltfabrik 137

IV. SCHÖPFERMENSCH  Es werde Leben (160)   Der nächste Darwin 175

V. HEIMKEHR AUF DIE ERDE  Notausgang Humboldt 181 Geist aus Materie 197 Weltorganismus mit Würde 205

VI. GLOBALE GLEICHHEIT  Molekularbiologie des Wohlstands 215 Das Glück der anderen 230 Marktwirtschaft, wirklich frei 237

VII. AKTIONSPOTENZIALE  Erleichtert leben 247 Neuronenfeuer der Veränderung 265 Gemeinsinn gegen Gemeinheit 277

VIII. DER NÄCHSTE JUGENDSTIL  Treibhäuser der Wissenschaft 287 Blütenträume 293

IX. DAS LANGE JETZT  Innere Uhren (311)  Der gereifte Primat (320)  Weltaufgang (351)

Dank 361   Quellen 363

 

Geleitwort von Paul Crutzen 2011

Willkommen im Anthropozän

 

»Anthropo-was?«, werden sie sich vielleicht fragen. Es handelt sich beim Anthropozän auch wirklich um ein noch recht junges Wort. Es wird aber immer häufiger benutzt, seit ich es im Februar 2000 bei einer wissenschaftlichen Konferenz des Internationalen-Geosphären-Biosphären-Programms der Vereinten-Nationen in Mexiko ausgesprochen habe.

Inzwischen taucht es auch auf den Titelseiten und in den Schlagzeilen renommierter Medien wie »Nature«, »Economist«, »National Geographic« und »New York Times« auf. Bei dem Treffen in Mexiko diskutierten die versammelten Wissenschaftler über Details der geologischen Epoche, in der wir heute leben – also des Holozäns. Ich stand auf und warf in die Diskussion, dass wir doch schon längst nicht mehr wirklich im Holozän leben, weil es von einem relativ geringen Einfluss des Menschen auf die Umwelt geprägt war. Es habe eine neue Epoche begonnen, sagte ich: das Anthropozän, die Erdepoche des Menschen. Inzwischen beobachte ich mit großer Genugtuung, dass mehr und mehr Wissenschaftler und andere Menschen, die sich mit dem Wandel der Umwelt beschäftigen, es inspirierend finden, unsere Rolle auf der Erde aus diesem neuen Blickwinkel zu betrachten.

Die Anthropozän-Idee ist dabei, zu einem wichtigen Werkzeug für Wissenschaft, Gesellschaft und Philosophie zu werden. Es läuft sogar eine offizielle wissenschaftliche Prüfung, ob ein Namenswechsel von Holozän zu Anthropozän angebracht ist. Wenn Schüler in Zukunft lernen werden, dass sie in der Erdepoche des Menschen leben, hat das großen Wert für ihr eigenes Leben: Denn es bedeutet, dass sie es sind, die diese Erde der Zukunft gemeinsam mit ihren Altersgenossen teilen und auch erschaffen helfen. Das Anthropozän ist also nicht nur ein neuer Gesamtblick auf die Menschheit, sondern auch der Ausgangspunkt für Individuen, Nationen und die ganze menschliche Zivilisation, zu »Hütern der Erde« zu reifen.

Christian Schwägerls Buch »Menschenzeit« ist ein schlagender Beweis dafür, wie viel Kraft und Potenzial in der anthropozän-idee steckt. Mit seiner erzählerischen Begabung und seiner langjährigen Erfahrung als Journalist beschreibt Schwägerl, wie eine einzelne Art, zu der sie und ich gehören, die erde, ihre biogeochemischen Prozesse und damit die grundlagen ihres eigenen Daseins auf lange Zeit unumkehrbar verändert. Die Ergebnisse nach zweihundert Jahren Industrialisierung zeigen die Kraft der Menschheit zum kreativen Gestalten, aber auf gefährliche Weise auch zum Zerstören. Zum ersten Mal in der Geschichte der Erde wird die Zukunft substanziell von den bewussten und unbewussten Handlungen von Homo sapiens geprägt.

Christian Schwägerls »Menschenzeit« analysiert die zahlreichen krisenhaften Phänomene unserer Zeit auf detailreiche Weise. Es ist zugleich ein mitreißendes Plädoyer dafür, dass wir heute die Chance haben, eine dauerhaft lebensfähige, gestaltende und freiheitliche Zivilisation zu werden. Dieses Buch ist wie ein Navigationssystem für die neue Welt des Anthropozäns, die vor uns liegt.

Prof . Dr . Paul J . Crutzen

 

 

 

 

 

 

 

Der Mensch und die Erde

2016, 95 Seiten

d-nb.info/1113602341

 

 

11 drohende Kriege

2012/2015, 480 Seiten

Inhalt.pdf


 

Die Welt ist noch zu retten!

Ein neues Erdzeitalter hat längst begonnen: das „Anthropozän“, die Menschenzeit – eine Epoche, in der wir unseren Planeten in atemberaubender Geschwindigkeit verändern. Wir greifen in das Weltklima ein, züchten neue Lebensformen und domestizieren die Wildnis in Naturschutzgebieten. Die Grenze zwischen Natur und Kultur verschwindet. Aus der „Umwelt“ wird eine „Menschenwelt“. Im Idealfall eine global vernetzte und ökologische High-Tech-Gesellschaft, die ihr Handeln ausschließlich an Nachhaltigkeit als höchstes Ziel ausrichtet und Mäßigung als die höchste Tugend begreift. Im schlimmsten fall zerstören wir unseren Planeten – irreversibel. Die Weichen für die Zukunft werden jetzt gestellt. Der renommierte Wissenschaftsjournalist Christian Schwägerl fordert deshalb nichts anderes als einen radikalen, epochalen Kulturwandel.


Autor:

Christian Schwägerl gehört zu den profiliertesten Wissenschaftsjournalisten der deutschen Medienlandschaft. Mit Umweltthemen befasst er sich schon seit 20 Jahren. Seit 2007 arbeitet er als Redakteur mit den Schwerpunktthemen Umwelt-, Energie- und Forschungspolitik für den 'Spiegel'. Zuvor war er für die Berliner Zeitung sowie für die Frankfurter Allgemeine Zeitung tätig. Christian Schwägerl erhielt mehrere renommierte Preise für journalistische Leistungen. Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Berlin.

 

Autor - Aus Wikipedia-2019:

Im Jahre 1997 trat er in Bonn in die Parlamentsredaktion der Berliner Zeitung ein.

Von 2001 bis 2007 arbeitete er für die Frankfurter Allgemeine Zeitung im Bereich Feuilleton und in den Ressorts Politik und „Natur und Wissenschaft“. Von 2008 bis 2012 betreute er die Bereiche Umwelt-, Energie- und Forschungspolitik im Hauptstadtbüro des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.

Seit 2012 arbeitet Schwägerl als freier Autor und Journalist. Zudem gehört er zu den Leitern des "Anthropozän-Projekts" am Berliner Haus der Kulturen der Welt und ist externer Kurator für die Sonderausstellung zum Anthropozän am Deutschen Museum München.

Schwägerl schreibt seit mehr als 20 Jahren über Umweltthemen. Hierfür erhielt er mehrere Auszeichnungen.

Im September 2010 erschien im Riemann-Verlag Schwägerls erstes Buch 'Menschenzeit - Zerstören oder gestalten? Die entscheidende Epoche unseres Planeten'.

Es baut auf der Forderung des Chemie-Nobelpreisträgers Paul J. Crutzen auf, unser Erdzeitalter von Holozän in Anthropozän („Zeitalter des Menschen“) umzubenennen, weil der Mensch durch sein Bewusstsein, durch Technik und das Wachstum von Bevölkerung und Wirtschaft die Erde langfristig und irreversibel umgestaltet.

Globale Erwärmung, Artenschwund und Überfischung nennt Schwägerl als Belege dafür, dass der Mensch seiner neuen Rolle als Weltbeherrscher bislang nicht gewachsen ist. Dafür bedarf es seiner Ansicht nach eines kulturellen und gesellschaftlichen Reifungsprozess, der zum einen mit bewusster Mäßigung (etwa beim Energie- und Fleischkonsum) und zum anderen mit einer wissenschaftlich-technologischen Offensive zu schaffen sei.

Schwägerl entwickelt die Idee eines „Biofuturismus“, bei dem die Kräfte von Wissenschaft und Technik in den Dienst der Biosphäre gestellt werden.

Das Buch wurde am 27. September 2010 vom Chef des UNO-Umweltprogramms, Achim Steiner, der Öffentlichkeit vorgestellt. Er würdigte es als ein „intellektuell anspruchsvolles Buch“ sowie als „Werk eines Vaters, der seinen Kindern erklärt, was mit unserer Erde passiert“.

Im Januar 2011 veröffentlichten Schwägerl und Crutzen gemeinsam einen Essay, in dem sie die Anthropozän-Idee beschreiben.

 

 

 

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