Friedrich

Schmidt-Bleek

 

2014: Grüne Lügen

2016 Die 10 Gebote

wikipedia.Autor
*1932 auf Java bis 2019 (86)

DNB.Autor (40)  DNB.Nummer (34)

DNB. Person (22+)

Googl.Autor   Bing.Autor

 

detopia:

Umweltbuch

S.htm    Sterbejahr

Kathrin Hartmann 2018

Toralf Staud 2009 

 

2014: Grüne Lügen. Nichts für die Umwelt, alles fürs Geschäft. Wie Politik und Wirtschaft die Welt zugrunde richten. Von Friedrich Schmidt-Bleek 2014

  2016

 

 

 

 

 

2014: Grüne Lügen. Nichts für die Umwelt, alles fürs Geschäft. Wie Politik und Wirtschaft die Welt zugrunde richten. Von Friedrich Schmidt-Bleek


2016: Die 10 Gebote der Ökologie

(Verlagtstext) Dicke Bücher über die Zerstörung unserer Umwelt sind genug geschrieben worden, doch bewirkt haben sie so gut wie nichts. Ungehemmt vergeuden wir natürliche Grundstoffe aller Art und konzentrieren zugleich alle Kraft darauf, die Erderwärmung zu stoppen – sind aber blind für den großen Zusammenhang: Die einseitige Fixierung auf die Treibhausgase verstellt uns den Blick für die dringend notwendige radikale Reduzierung des Rohstoffverbrauchs. Dabei ist ein intelligenter und wirklich nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten längst möglich, sagt Friedrich Schmidt-Bleek, der große alte Mann der Umweltforschung.

Soll keiner behaupten, er habe nichts gewusst. Die 10 Gebote der Ökologie sind 10 einfache und klare Regeln, die für alle gelten – für jeden Einzelnen wie für Wirtschaft und Politik. Eindringlich und verständlich, in bestechender Logik und unabweisbarer Klarheit.


2014 Wieviel Umwelt braucht der Mensch? :
MIPS — Das Maß für ökologisches Wirtschaften / Friedrich Schmidt-Bleek

 


 

2007 Nutzen wir die Erde richtig? Die Leistungen der Natur und die Arbeit des Menschen. Hrsg.: Klaus Wiegandt, Forum für Verantwortung. Fischer-TB 2007. DNB.Buch


2004  Der ökologische Rucksack. Wirtschaft für eine Zukunft mit Zukunft. Mit 21 Tabellen. Hirzel, Stuttgart / Leipzig 2004


Das MIPS-Konzept. Weniger Naturverbrauch, mehr Lebensqualität durch Faktor 10. Droemer Knaur, München 1998


Friedrich Schmidt-Bleek: Wieviel Umwelt braucht der Mensch? Faktor 10 – das Maß für ökologisches Wirtschaften. dtv, München 1997

Öko-intelligentes Produzieren und Konsumieren. Birkhäuser, Berlin/Basel/Boston 1997

Wieviel Umwelt braucht der Mensch? MIPS. Das Maß für ökologisches Wirtschaften. dtv, München 1994

 

amazon s?k=schmidt-bleek 

 

Aus wikipedia-2019:

 

  • Friedrich Schmidt-Bleek, Spitzname „Bio“, war ein deutscher Kern- und Physikochemiker und Umweltforscher.

  • Er war Ende der 1970er Jahre verantwortlich für die Entwicklung des deutschen Chemikaliengesetzes am Umweltbundesamt in Berlin. In den 1990er Jahren leitete er zusammen mit Ernst Ulrich von Weizsäcker das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, später war er Präsident des Factor 10 Institute in Carnoules (Frankreich).

  • Schmidt-Bleek forschte zu Ressourcenproduktivität und Dematerialisierung, führte dort den Begriff ökologischer Rucksack ein und entwickelte als grundlegendes Maß für die Bewertung von Umweltbelastungen eines Produktes die Einheit Material-Input pro Serviceeinheit (MIPS).

  • Schmidt-Bleek studierte Chemie an der Universität Bonn (Diplom 1958), ging ans Max-Planck-Institut für Chemie und wurde 1960 an der Universität Mainz in Kernphysik promoviert. Anschließend arbeitete er als Postdoc beim Nobelpreisträger Frank Sherwood Rowland an der University of Kansas, danach bis 1974 als Fakultätsmitglied an den US-Universitäten in Kansas und Purdue und Tennessee. Später war er Gründungsdirektor des Appalachian Resources Project und des Environment Center an der University of Tennessee.

  • In Deutschland entwickelte Schmidt-Bleek in den 1970er Jahren den Umweltforschungsplan, die Umweltprobenbank und das Chemikaliengesetz maßgeblich mit.

  • In den 1980er Jahren hatte er leitende Funktionen bei der OECD und beim International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) inne.

  • 1991 bis 1997 war Schmidt-Bleek Gründungs-Vizepräsident des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie, später Gründungspräsident des Factor 10 Institute und des International Factor 10 Club.

  • Er entwickelte das Faktor-10-Modell zur Dematerialisierung und eine entsprechende Metrik (ökologischer Rucksack 1994, MIPS 1998).

  • Er nahm Lehraufträge an mehreren Universitäten wahr und veröffentlichte rund 400 wissenschaftliche Arbeiten und 20 Bücher. 2009 wurde auf Anregung Schmidt-Bleeks das World Resources Forum Davos gegründet.

 

 

Interview

mit Schmidt-Bleek bei telepolis 2015 zum Buch Grüne Lügen und über die umweltschädigenden Auswirkungen der Energiewende

 

2015 Reinhard Jellen  heise.de/tp/artikel/45/45192/1.html   

 

Friedrich Schmidt-Bleek meint, dass das Ökosystem der Erde zu komplex für unser Wirtschaftssystem ist und dass die Umweltpolitik nur die drängendsten Brandherde löscht, anstatt ihre Entstehung zu bekämpfen.

Telepolis führte befragte den Doyen und Kritiker des deutschen Umweltschutzes über sein neues Buch Grüne Lügen.

 

 

 

 

 

1) Herr Schmidt-Bleek, in ihrem Buch schreiben Sie, dass die von der Politik propagierte Energiewende die gegenwärtigen Umweltprobleme nicht nur nicht löst, sondern sogar noch verschärft. Wie das?

  Die Energiewende führt nicht zur ökologischen Nachhaltigkeit, weil sie nur einen Teil des Klimawandels betrifft, weil sie nur eines einer Reihe von wesentlichen Umweltprobleme zu lösen sucht und weil die vorgesehenen technischen Maßnahmen zu einer Erhöhung der Ressourcenintensität der Wirtschaft führt, anstatt sie zehnfach abzusenken, was ja Voraussetzung für ökologische Stabilität ist.

2) Bedeutet das: Weder E- noch Hybridautos, weder Photovoltatikanlagen noch Öko-Siegel sind in ihren ökologischen Auswirkungen umweltfreundlich?

  Genau. Weder das E- Auto noch das Hybridauto senken die Materialintensität für den gefahrenen Kilometer. Das Hybridauto verdoppelt sie sogar nahezu, verglichen mit einem Benziner vergleichbarer Größe. Die Messlatte "CO2-Fußabdruck" ist aus mehreren Gründen kein generell gültiger Indikator für ökologische Qualität von Dingen, weil die Umweltgefährlichkeit vieler Produkte mit der Emission von CO2 nur wenig oder gar nichts zu tun hat.

Das gilt zum Beispiel für Kernkraftwerke. Außerdem ist CO2 nur eine von vielen gefährlichen Emissionen. Denken Sie an die Ozonkiller FCKW. Hingehen ist der von mir entwickelte "Materielle Fußabdruck" ein weltweit für alle Güter, Dienstleistungen und Handlungen richtungssichere und berechenbare Abschätzung ihrer Umweltverträglichkeit.

3) Welche Punkt an unserem gegenwärtigem Konzept von Umweltschutz kritisieren Sie am meisten?

  Das Grundübel unseres Umweltschutz es ist noch immer, dass einzelne Probleme isoliert und nacheinander angegangen werden und immer erst dann, wenn die Politik zustimmt, dass das Kind im Brunnen liegt. Denken Sie an den Klimawandel, der schon vor über 100 Jahren vorhergesagt wurde. Richtig wäre, die ökologische Ursünde der heutigen Wirtschaft aus der Welt zu schaffen, um Probleme mit der Umwelt von vorn herein zu vermeiden. Nur so ist Nachhaltigkeit erreichbar. Seit 25 Jahre fordere ich deshalb die radikale Dematerialisierung der Wirtschaft, die Ressourcenwende. Längst ist bewiesen, dass die Lebensqualität hierbei keinen Schaden nehmen müsste.

4) Welche weiteren gravierenden Umweltprobleme gibt es neben dem Klimawandel?

  Weitere gravierende Umweltprobleme sind unter anderem die Erosion von Mutterböden durch Wind und Niederschläge, insbesondere bei großtechnischer Nutzung der Böden; die wachsende Wasser-Knappheit durch Übernutzung; die Ansammlung von Plastik im Pazifik; und die weltweit knappgewordene Verfügbarkeit von Fischen und Bausand. Bausand ist schon heute eines der weltweit größten Schmuggelgüter.

5) Warum werden nur vereinzelte Umweltprobleme in den Focus der Öffentlichkeit gerückt?

  Fragen Sie am besten Frau Merkel. Ich vermute, das liegt wesentlich daran, dass man sich bei der nachsorgenden Bereinigung einzelner Probleme schon genügend Ärger mit der Industrie einhandelt. Siehe Energiewende. Die Ressourcenwende aber erfordert eine grundsätzliche Anpassung der Wirtschaft an die Gesetze der Natur. Kein Wunder, wenn Politiker und Wirtschafts­vertreter dies fürchten wie der Teufel das Weihwasser.

6) In Ihrem Buch entwickeln Sie das Konzept des "ökologischen Rucksacks" als eine den Umweltproblemen adäquateren Bemessungs­methode als etwa die Zählung des Kohlendioxidausstoßes. Können Sie das kurz erklären? Worin sehen Sie den besonderen Vorteil dieses Konzepts?

  Der ökologische Rucksack ist die bildhafte Darstellung der Ressourcenintensität von Gütern und Dienstleistungen, das heißt die Menge an Material, Energie, und Wasser, die für eine bestimmte Leistung verbraucht werden. Zum Beispiel für einen Urlaubstag, die Reinigung von 5 Kg Wäsche, oder für einen Kilometer Fahrt mit dem Auto , Bus oder Fahrrad.

7) Mit ihrem Konzept der Ressourcenwende plädieren Sie für eine radikale Umkehr der bisherigen Umweltpolitik. Wie soll diese beschaffen sein?

  Im Prinzip ganz einfach. In Wirklichkeit liegt - wie immer - der Teufel im Detail. Die Regierung muss die Wirtschaftspolitik so umgestalten, dass es sich für alle lohnt, so wenig wie möglich Ressourcen zu verbrauchen. Hierzu gibt es viele Wege. Dazu gehört beispielsweise eine Verteuerung der Ressourcennutzung durch Besteuerung bei gleichzeitiger Reduzierung von Abgaben und Steuern auf Arbeit. Es erfordert allerdings eine Menge Mut und Weisheit, die Preisarchitektur auf dem Markt praktisch auf den Kopf zu stellen.

Wir sollten aber im Auge behalten, dass unsere jetzige Wirtschaftsweise mit Sicherheit ins ökologische Aus führt, weil sie unter anderem von ewig steigendem Konsum, also Wachstum lebt, angefeuert durch Verbrauchswerbung, die Verführung zum Konsum durch billige Kredite und die in viele Produkte eingebaute Obsoleszenz. Auf einem begrenzten Planeten kann das nicht gut gehen.

Es geht aber nicht nur um die Verschwendung unwiederbringlicher Ressourcen. Es geht vielmehr auch und vor allem um die damit einhergehende Vernichtung der Funktionen und Dienstleistungen der Ökosphäre, ohne die es Menschen gar nicht gäbe, und ohne die wir nicht leben können. Sie sind technisch nicht ersetzbar. Wie blöd sind wir eigentlich?

8) Verschärft Ihr Konzept der Ressourcenwende in der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation nicht die sozialen Gegensätze?

  Warum sollte sie das? Die Antwort auf Ihre Frage wird von den sozialen und wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen abhängen, die Deutschland und die EU einführen, um die ökologische Nachhaltigkeit zu erreichen. Ich kann mir hierbei sehr wohl eine Reduktion sozialer Ungleichheiten vorstellen, weil die notwendigen Anpassungen neue Optionen eröffnen, zum Beispiel im Bereich der Einkommen, und der Verminderung des Abstandes zwischen arm und reich.

 

^^^^

 (Ordner)    www.detopia.de 

Friedrich Schmidt-Bleek