Hans-Joachim Maaz

Der Gefühlsstau 

Ein Psychogramm der DDR 

 

1990 im Argon Verlag Berlin 

Der Gefühls-Stau  --   Hans-Joachim Maaz  (1990)  - Ein Psychogramm der DDR 

1990   244 Seiten  (*1943)

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Psychobuch   Pankowbuch

M-1991-Einheit 

Henrich 1989    Bahro 1977  

(Zusatzordner)

 

 Inhalt

Gewidmet den Menschen, 
die den Weg der psychischen Revolution gehen 

Von mir  (235) 


Verlag: Den psychischen Druck, den ein umfassendes System autoritärer Unter­werfung erzeugt und der durch die reale Angst vor der Bestrafung verstärkt und durch die phantasierte Bedrohung einer allgegen­wärtigen Bespitzelung ins Irrationale gesteigert wurde, konnte der einzelne schließlich nur noch gegen sich selbst wenden – oder wieder an andere weitergeben. Den Ernst dieser Mechanismen kann nur der unterschätzen, der nie erlebt hat, was es heißt, wenn schließlich alles vorgeschrieben ist, was man sehen, hören, denken, sprechen, fühlen und tun darf. 


 

 

 

 

 

 

1. Der »real existierende Sozialismus« als repressives System  (9) 

Wir sind alle betroffen (11)  Die staatliche Repression (15)   Die führende Rolle der Partei (17)  Die Macht der Staatssicherheit (19)  Die Repression durch die Justiz (23)  Die repressive staatliche Erziehung (25)

Die familiäre Repression (31)  Die repressive Medizin (40)  Die autoritäre Entbindung (46)  Die kirchliche Repression (49)  Zusammenfassung (53)

2. Die Folgen der Repression  (55) 

Das Mangelsyndrom und der Gefühlsstau (57)  Der innere Mangelzustand  (61)  Die äußere Mangelsituation (65)  Die Folgen des Mangelsyndroms (67)  Die Entfremdung von der Natürlichkeit (68)  Die Blockierung der Emotionalität (72)  Die Spaltung der Persönlichkeit (76)

3. Die Kompensationsbemühungen gegen das Mangelsyndrom  (81)

Die allgemeine Lebensweise als Kompensation  (83)  Die Charakterdeformierungen (96) Die sozialen Rollen als Möglichkeiten der Kompensation  (102)  Die Machthaber (105)  Die Karreristen-115  Die Mitläufer-118  Die Oppositionellen-121  Die Ausreisenden und Flüchtenden-123  Die Utopisten-132

4. Zur Psychologie der »Wende«  (135)  

Die sozialpsychologischen Vorbedingungen (137)  Die situative Krise (142)  Der Ablauf der »friedlichen Revolution« aus psychologischer Sicht (145)  Das Scheitern eines eigenständigen Weges der Demokratisierung (149)  Die Grenzöffnung – »Deutschland eilig Vaterland« (152)  Zur psychologischen Deutung des Wahlergebnisses (155)  Die psychischen Folgen der »Wende« (160)  Nachtrag zum Problem der »Gewaltfreiheit« (164)

5. Der Vereinigungsprozeß der beiden Staaten als sozialpsychologisches Problem  (171)

Die psychologische Bedeutung der Spaltung Deutschlands (173)  Der Vereinigungsprozeß als psychischer Abwehrvorgang (177)   Die psychischen Gefahren der Vereinigung (179)

6. Die Psychotherapie im Dienste der »psychischen Revolution«  (185)

Die Psychotherapie der DDR  zwischen »Anpassungs- und Veränderungstherapie« (194)  Unsere Therapie­erfahrungen (203) 

7. Die »therapeutische Kultur«   (213) 

Die Kultur des Zusammenlebens (215)  Die natürliche Geburt (220)  Begleiten statt Erziehen (222)  Ganzheitliche Medizin (225)  Wider die autoritäre Religion (228)  Schlußwort (231)   

 


Amazon-Leser über das Buch Gefühlsstau: 

 

 

Psychoanalytisch inspirierter Geschichtsreport   

2000 von Norbert Döhner 

Ein Psychologe beschreibt die DDR, es ist ein psychoanalytisch inspirierter Geschichtsreport eines Psychotherapeuten aus Halle. "Der Gefühlsstau" enthält viele interessante Schilderungen und originelle Gedanken - das Buch kam kurz nach der Wende heraus und sollte durchaus kritisch gelesen werden. Die Manier, in spritziger und provokanter Art Halbwahrheiten zu verkünden, hat Maaz bekannt gemacht. 

Zwei Beispiele: Maaz behauptet, daß ein "Workaholic" im Grunde das gleiche ist wie ein Alkoholiker, nur daß Arbeitssucht hierzulande eine sozial anerkannte Sucht sei. - Ich muß bekennen, dass mir diese Behauptung etwas absurd erscheint. Des weiteren analysiert Maaz Teile von Honeckers autobiographischem Buch "Aus meinem Leben" - aus stilistischen Besonderheiten zieht Maaz Schlüsse in Hinblick auf Honeckers Charakter. Aber es ist doch äußerst unwahrscheinlich, daß Honecker das Buch selbst geschrieben hat ! "Der Gefühlstau" von H.J.Maaz ist ein Buch, das zu Nachdenken und Widerspruch anregt und das man auf jeden Fall mit Gewinn lesen kann, auch wenn man die Ansichten des Autors nicht immer teilt.

 

Umwerfend   

1999  kathleen.kuehmel  aus Halle/Saale 

Dieses Buch ist ein Erfahrungsbericht eines Psychologen, niedergeschrieben 1990, über seine Arbeit und sein Leben in der DDR. Es ist umwerfend. Es ermöglicht dem ehemaligen DDR-Bürger einen ganz neuen Blick auf sein früheres Leben und seine potentiellen Probleme heute. Es macht erschreckend deutlich, wie auch das Denken und Fühlen eines jeden Menschen beeinflußbar ist. Auch in der BRD! 

Ein bißchen macht das Buch traurig, wie verbogen die Menschen in der DDR waren und wie verbogen sie auch in der heutigen BRD sind. Die einmalige Chance mit der Wende, beide Extrempositionen einander anzunähern und vielleicht zu einer mittleren, gesünderen zu finden wurde und wird nicht genutzt. Aber sicher sollte das Buch nicht unkritisch gelesen werden. Ob das entstandene Psychogramm viel Erklärungskraft besitzt, muß jeder in Auseinandersetzung mit sich selbst herausfinden. Zu empfehlen ist das Buch von Hans-Joachim Maaz natürlich auch dem "Wessi", für den es aber keine so extrem persönliche Bedeutung haben kann. 

 

 

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