Douglas Adams 

Die Letzten ihrer Art 

Eine Reise zu den 
aussterbenden Tieren unserer Erde

 

"Noch sind wir zwar keine gefährdete Art,
 aber es ist nicht so, 
dass wir nicht oft genug versucht hätten,
eine zu werden." (D. Adams)

 

1990    270 Seiten 

Wikipedia.Autor  *1952 in England bis 2001(49)

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2022    ndr  Heute-waere-Douglas-Adams-70-geworden,douglasadams102.html 

 

 

Adams hat in zahlreichen Interviews seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck gebracht, dass er in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit nur als Autor von Per Anhalter durch die Galaxis gesehen wird, und sein restliches Werk weitgehend unbeachtet blieb.

Besonders hob Adams stets das Buch Die Letzten ihrer Art als Werk hervor, auf das er sehr stolz sei. Es ist eine dokumentarische Reportage über eine Reise zu mehreren aussterbenden Tierarten der Welt. Adams war immer überzeugt davon, dass er, wenn er noch einmal die Wahl hätte, Zoologe statt Schriftsteller geworden wäre. 

Ein besonderes Vorbild war für ihn immer der Evolutionsbiologe Richard Dawkins, Adams hat sich mehrmals als "Dawkinsist" beschrieben. Außerdem war er ein überzeugter Atheist, er selbst nannte sich sogar einen "radikalen Atheisten".

Dawkins 2006 erschienenes Buch <Der Gotteswahn> ist Adams gewidmet. Das Buch beginnt mit einem Zitat aus Adams’ Die Letzten ihrer Art: “Isn´t it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?” ("Genügt es nicht zu sehen, dass ein Garten schön ist, ohne dass man auch noch glauben müsste, dass Feen darin wohnen?")  


Zur Person:   

Adams fiel zeitlebens durch seine enorme Körpergröße auf. Schon als Zwölfjähriger überschritt er die im englischen Sprachraum stark beachtete Schwelle von 6 Fuß (1,83 Meter). Ausgewachsen erreichte er die - in Großbritannien sehr seltene - Länge von 1,96 Meter.

1991 heiratete Adams Jane Belson, 1994 wurde seine Tochter Polly Jane geboren. Anfangs lebte er mit seiner Familie in London, 1999 zog er nach Kalifornien, vor allem, um die Verfilmung von „Per Anhalter durch die Galaxis“ für das Kino zu unterstützen.

Er starb unerwartet am 11. Mai 2001 an einem Herzinfarkt, den er in einem Fitness-Studio erlitt. Zu seinem Gedenken findet jährlich am 25. Mai der so genannte Towel Day (Handtuchtag) statt.


Per Anhalter durch die Galaxis: 
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wiki / Per_Anhalter_(Romanreihe)  
wiki / Per_Anhalter_(Film

 

 

 

 

 


aus bs-net.de

"Ich begriff, welche Überheblichkeit hinter unserer Annahme steckt, wir könnten ihre Intelligenz beurteilen - als wäre die unsere irgendeine Norm, an der alles andere zu messen ist. (...)" Douglas Adams - Die letzten ihrer Art
Es kommt nicht selten vor, dass Autoren vor allem mit einem Ihrer Werke in Verbindung gebracht werden - so auch der 2001 verstorbene Douglas Adams. Douglas Adams - Die letzten ihrer Art Die wenigsten Leser haben bei seinem Namen wohl etwas anderes als die Per-Anhalter-durch-die-Galaxis-Reihe im Sinn, bedeuten die fünf Romane um Arthur Dent schließlich den größten kommerziellen Erfolg des Autors und erfreuen weltweit eine stetig wachsende Fangemeinde.

Es ist eigentlich nebensächlich, dass sich Adams u.a. als Leibwächter, als Krankenhaus-Portier und mit dem Reinigen von Hühnerfarmen verdingte, bevor ihn die BBC mit einer Hörspielproduktion der Hitchhiker-Trilogie beauftragte, was erst später zu den Romanen und dem erwähnten Erfolg führte. Es birgt jedoch eine gewisse Ironie und passt in den durchweg komischen Ton seines Schaffens, dass der vielseitige Brite ausgerechnet mit der künstlerischen Beschäftigung die größte Anerkennung fand, die ihm am mühseligsten und missliebigsten war: dem Bücher schreiben. Seine zahlreichen (mäßig erfolgreichen) Betätigungen in anderen Medien, vom Verfassen von Drehbüchern für diverse Fernseh- und Radioproduktionen bis hin zum persönlichen Mitwirken im nahezu legendären "Monty Python's Flying Circus" sind dagegen weitgehend unbekannt.

Nicht ganz so unbekannt und trotzdem fast ein Geheimtipp ist das Werk, von dem Adams behauptet hatte, dass es ihm von all seinen Werken am meisten am Herz läge - Die Letzten ihrer Art (aus dem Englischen Last Chance To See), erstmals erschienen 1990 - in welchem sich Adams Leben und Umwelt einiger bedrohter Tierarten widmet.

Was aber ist von einem Buch eines erfolgreichen Science-Fiction-Fantasy-Satire-Autors zu erwarten, das sich mit der traurigen Problematik der untergehenden Fauna unserer Welt beschäftigt. Douglas Adams? Mit einem ernsten (irdischen) Thema?
Nun, Adams war -wie erwähnt- mehr als der Verfasser des "Anhalters", und auch dieser deutet trotz oder wegen der Fülle an Ironie schon auf einen sehr hintergründigen und nachdenklichen Menschen.

Der deutsche Herausgeber hat seiner potentiellen Leserschaft wohl keine differenzierte Autoreneinschätzung zugetraut und dem Buchtitel den bedeutungsschwangeren Untertitel "Eine Reise zu den aussterbenden Tieren unserer Erde" hinzugefügt.

Zur Entstehungsgeschichte:
Im Jahr 1985 schickte der Observer Adams zusammen mit dem Zoologen Mark Carwardine (dieser fungierte schließlich auch als Co-Autor ) nach Madagaskar, um über das Aye-Aye, eine äußerst gefährdete Lemurenart, zu berichten. Die Zusammenarbeit der beiden Engländer erwies sich als dermaßen fruchtbar, dass sie in den folgenden Jahren noch diverse Reisen in unterschiedlichste Länder unternahmen, immer mit dem Anliegen, bedrohte Tierarten aufzuspüren, über ihr Schicksal zu berichten und es so einer breiten Öffentlichkeit vor Augen zu führen.

Die letzten ihrer Art ist nicht ausschließlich eine Darstellung des teilweise niederschmetternden Status Quo der terrestrischen Tierwelt, sondern, und hier macht der deutsche Untertitel einen Sinn, auch und vor allem ein Reisebericht. Dieser Umstand macht es übrigens, ganz nebenbei, nicht immer einfach, das Buch ohne kundige Hilfe in der Auslage Ihres Buchhändlers zu finden. Ich habe es schon unter Reiseliteratur, Belletristik und Fantasy/Science Fiction gesehen - ein neuerlicher Fingerzeig auf die Adams'sche Vielseitigkeit.

Und Adams tut gut daran die Form des Reiseberichtes zu wählen, ermöglicht sie ihm und uns eine umfangreichere Betrachtungsweise der Ereignisse. Er setzt dort an, wo es ihm wichtig erscheint, auf Madagaskar ist dies seine Ankunft am Flughafen, und führt den Leser durch seine für Westeuropäer oft skurillen Erlebnisse in Land und Leute ein, ironisch zwar, aber nicht respektlos oder herablassend. Im Gegenteil, er verknüpft das Schicksal der Tiere untrennbar mit ihrer (menschlichen) Umwelt, erklärt, ohne zu richten, und schreibt mit viel Humor über sein ernstes Anliegen.

Hier offenbart sich die kluge Idee des Observers den viel talentierten Science-Fiction-Autor mit dieser Mission zu betrauen. Denn Adams' Bericht zeichnet sich nicht nur durch Witz, eine gehörige Portion Selbstironie und eine fantastische Beobachtungsgabe aus. Schließlich ist die Tierbeobachtung in freier Wildbahn für einen Großstädter dem Erleben fremder Welten nicht ganz unähnlich. Adams wird selbst zu einem Arthur Dent, zwar nicht das Universum bereisend, aber fremde Orte mit fremden Menschen und außergewöhlichen Lebewesen. Zahlreiche Bezüge auf seine bekannte Romanreihe lassen diesen Eindruck wohl gewollt verstärken.

Einen geübten Douglas-Adams-Leser wird der gewohnt ironisch, bilderreiche Schreibstil nicht verwundern. Völlig undogmatisch geht er auf Wohl und Wehe der Tiere ein. Kein erhobener Zeigefinger und keine moralischen Floskeln überdecken den Bericht. Adams verfällt keinen typischen Mustern der Tierbeobachtung, nach denen vielfältig gleich schön, andersartig gleich bewundernswert beschrieben wird. So wird der bedrohte Komodowaran halb ironisch, halb ernst als das dargestellt, als das Adams ihn empfindet: eine stinkende, furchteinflößende, überdimensionale Echse, an der man so gar nichts liebenswertes entdecken kann.

Es fiele dem Leser "naturgemäß" einfacher, dem kauzig hilflosen Kakapo oder den Baiji, den blinden Yangtse-Delfinen, im Geiste den Stempel "knuddelbar" aufs Haupt zu drücken. Darum geht es natürlich nicht, und ohne dass Adams die narrative Keule in Richtung Erhaltung des Gleichgewichts der Natur schwingt, ist dies auch jedem klar.

Die letzten ihrer Art ist ein herausragendes Buch. Und auch überzeugte Romanleser werden an diesem Sachbuch, denn das ist es eigentlich, großen Gefallen finden. Das ist natürlich Adams' eigener Art zu schulden, auch trockene Fakten in humorvolle Sprache und Einfallsreichtum zu verpacken. Es gibt wohl kein Buch, das auf derart unterhaltsame Art eine vergleichbare Thematik behandelt. Lassen Sie sich nicht abschrecken, falls Sie sich eben diese Thematik nicht für ein erfülltes Lesevergnügen vorstellen können. Ich habe dieses Buch nun schon oft verschenkt, und bisher waren alle sehr(!) begeistert.

Das einzige Manko (ja, Sie lesen richtig, es gibt wirklich einen kleinen Haken) ist der alles andere als geschmackvolle Einband. Wenn Sie also zu den Lesern gehören, die etwas Gelesenes gerne noch als Dekoration im Regal stehen haben, dann seien Sie kreativ und basteln sich einen schönen Umschlag - denn: Eine gute Deko ist dieses Buch zwar nicht, aber lesen müssen Sie es auf jeden Fall!

 


aus cetacea.de

Ich kann Buchhändler verstehen, wenn sie mit diesem Buch in der Hand ratlos durch ihren Laden irren, weil sie sich nicht entscheiden können, welches das richtige Regal sei. Gehört es in die Abteilung für Reiseliteratur, oder ist es ein Tierbuch? Ich habe das Buch sogar schon in Science Fiction Abteilungen von Buchhandlungen erspäht. Dort hat es allerdings nichts zu suchen, auch wenn Douglas Adams durch seine sehr spezielle Art Science Fiction ("Per Anhalter durch die Galaxis") bekannt geworden ist. "Die letzten ihrer Art" ist auch kein Walebuch, hat aber dank eines Kapitels über den chinesischen Flussdelphin einen Platz bei den Buchbesprechungen von Cetacea.de verdient.

In den Jahren 1985 bis 1989 haben der Bestsellerautor Douglas Adams und der Zoologe Mark Carwardine gemeinsam mehrere Reisen zu besonderen Orten in Afrika, Asien und Ozeanien unternommen und dabei Plätze besucht, an denen Menschen versuchen, vom Aussterben bedrohte Tierarten zu schützen und zu erhalten. Die Aufgabenverteilung beschreibt Adams so:

"Die Idee, uns alle so überstürzt ins gleiche Boot zu werfen, stammte von der Magazinbeilage des Observer. Mark ist ein ungemein erfahrener und bewanderter Zoologe, der damals für den World Wildlife Fund arbeitete und dessen Aufgabe im wesentlichen darin bestand, von allem eine Ahnung zu haben. Meine Aufgabe - eine, für die ich absolut qualifiziert bin - bestand darin, ein ungemein unwissender Nicht-Zoologe zu sein, für den alles wie aus heiterem Himmel zu kommen hatte"

So reisen die beiden begleitet von einem Team der BBC von Ort zu Ort, suchen Breitmaulnashörner, photographieren Berggorilla-Exkremente, plagen sich mit Moskitonetzen oder bestaunen das Aye-Aye. Adams beschreibt in seiner erfrischenden, unbefangenen Art die Begegnungen mit Menschen und Tieren, Carwardine liefert die zoologischen Fakten.
Wir begeben uns jetzt zielstrebig auf die Seite 181, auf der das Kapitel über den chinesischen Flußdelphin beginnt.

Auf 42 Seiten beschreibt Douglas Adams unter dem Titel "Blinde Panik" den Aufenthalt in China. Dort will sich das britische Team über den chinesische Flußdelphin Baiji, Lipotes vexillifer und die Maßnahmen informieren, die zum Schutz der letzten Exemplare (Mittlerweile unter 50) durchgeführt werden.

Die Reise beginnt in Peking. Fahrräder bestimmen das Bild auf den Straßen. An einer Kreuzung erlebt Adams wie sich aus allen vier Richtungenen zusammenströmende Fahrradmassen aneinander vorbeibewegen, ohne dass es zu Verletzungen kommt. Er versucht die Fahrradorientierung zu analysieren und erkennt, das die Fahrradklingel eine besondere, fast magische Bedeutung im Straßenverkehr zu haben scheint. Ohne es richtig zu bemerken, erfährt der Leser an dieser Stelle, welche Bedeutung das Hören für die Orientierung haben kann.

In Nanking, der ersten Station am Chang Jiang, versuchen Douglas Adams und der BBC Tontechniker Chris mit Hilfe eines selbstgebastelten Unterwassermikrophons einen akustischen Blick in den Lebensraum der Baijis zu werfen. Sie sind schockiert. Auf dem Tonband ist ein pausenloses Getöse von Motoren, Winden und Schrauben zu hören. Wie soll ein Tier, das sich mit fast funktionslos gewordenen Augen nur noch akustisch orientieren kann, in so einem akustischen Schmutzbad einen Fisch fangen?

Später treffen Sie den prominenten chinesischen Baiji-Forscher Prof. Zhou Kaya von der Nanking Normal University, der Ihnen Informationen über die Erforschung und die bedrohliche Situation des Baiji gibt. Er spricht über das Schutzgebiet, das für den Baiji geschaffen worden ist. Mit diesen Informationen gerüstet geht die Reise weiter nach Tongling. Dort wird ihnen Baiji Bier, ein Baiji Hotel, Baiji Schuhe oder Baiji Cola geboten. Die Baiji Stadt macht ihnen Hoffnung. Ein Ausflug auf's Wasser verläuft allerdings fast erwartungsgemäß ohne Sichtung eines Baiji.

Dieses Buch macht Spaß. Man mag es kaum zur Seite legen, um sich Dingen des normalen Lebens zu widmen. Wer über die Geschichten des Buches hinaus auch Sinn für ausgefeilte Sprache hat, dem mag das Buch (im Original naturgemäss noch mehr) zusätzliche Freude bereiten. Denn genau das, was Douglas Adams an seinem Vorbild P.G. Wodehouse so schätzt: die Musik der Wörter, das findet sich auch bei Adams wieder. Er beobachtet die einfachen Abstraktheiten des täglichen Lebens und beschreibt einen Alexandersittich genauso herzlich wie eine Gruppe Missionare, mit denen er das Flugzeug teilen durfte.

Dank der kompetenten Einflussnahme durch Mark Carwardine werden auf diesem Wege eine ganze Menge zoologische Kenntnisse vermittelt. Ganz nebenbei, erfährt der Leser von der Erforschungsgeschichte des Baiji, seiner Biologie und den Bedrohungen, denen er ausgesetzt ist. Das Buch liest sich als amüsanter Reisebericht. Aber man legt es nicht zur Seite, um mit dem nächsten Tagesordnungspunkt fortzufahren. Man ist in der Tat sensibilisiert für die Umstände, die dazu geführt haben, dass es so oft heisst: Das sind die letzten ihrer Art. Douglas Adams hat dazu bei seinem letzten Auftritt gesagt:

"Though it's about a serious subject, there's all sorts of ways of dealing with it," he said. "I've always felt the worst way to alert people to these kinds of issues is to bang them around the head with it. If you bang people around their heads, they're liable to put their heads somewhere else. It's much better to entertain the hell out of them, if you can, and leave them to figure it out themselves."

In öffentlichen Buchbesprechungen bei amazon oder dooyoo findet man immer mal wieder einzelne Stimmen von Menschen, die dem Buch fehlende Seriosität vorwerfen. Wer grundsätzlich nicht bereit ist, diesen unterhaltenden Weg zu gehen, um sich mit so einem Thema zu beschäftigen, der sei hiermit gewarnt. Ich teile diese Ansicht nicht.

Am 11. Mai 2001 ist Douglas Adams im Alter von 49 Jahren an eine Herzinfarkt verstorben. Sein Buch Last Chance to See hat er als sein wichtigstes und liebstes bezeichnet. Er ist nicht müde geworden, Geschichten aus Last Chance to see vermengt mit seinen Ideen zum Umgang mit der Welt bei Vorträgen vorzustellen. Sein Engagement für die bedrohte Tierwelt liess ihn zu einem Patron der Dian Fossey Gorilla Fund und der Save the Rhino Foundation werden.

Fazit

Das Fazit für dieses Buch fällt kurz und knapp aus. Hilf Deinem Buchhändler und nimm das Buch -aus welchem Regal auch immer - heraus und mit nach Hause (Zahlen nicht vergessen).

 

 

 

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