Max Albert 

Kritik an der vermeintlichen Vernunft

Die unheilvolle Entwicklung unserer Welt und Bedingungen für ihren Wandel zum Guten

 

1987 im Verlag Rita G. Fischer, Frankfurt

Kritik an der vermeintlichen Vernunft  (1987)  Von Max Albert  --- Die unheilvolle Entwicklung unserer Welt und Bedingungen für ihren Wandel zum Guten   

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1987  
207 (232) Seiten  

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Metternich.1947   Alfven.1969   Gruhl.1984.Seattle    Flechtheim.1987   Bahro.1987   Rieseberg.1988  

 

 

Der Autor denkt durchaus radikal, will aber den Denkboden des Kapitalismus' noch nicht verlassen. Insofern ist sein Buch vom 'Typ Gruhl', 'Typ H.Ditfurth', Typ "Grenzen des Wachstums". Ein sauber ausgearbeitetes Buch, inhaltlich und sprachlich exzellent. (detopia-2018)

 

"Wir dürfen uns nicht so verhalten, als dürfte 'nach uns die Sintflut' kommen. Wir haben eine Ver­pflicht­ung gegenüber unserer Um­welt und Nachwelt. Nur wenn wir eine solche Wende schaffen und kompro­mißlos zu unser aller Besten in die Zukunft aufbrechen, wenn wir den Zufall durch die Absicht ersetzen, ist uns erlaubt, von einer göttlichen Vorsehung zu sprechen." (Max Albert auf Seite 207)

 

Inhalt

Einleitung  (11)  

Umkehr oder Untergang  
(205) Schlusswort

Abkürzungen (209)

Literatur  (210) 

Glossar  (214) 

Register  (221-232)

Widmung: Meinen Kindern gewidmet:
Nikola, Steffen und Robin

Herstellung: Boscolo, Karlsruhe  
ISBN 3-88323-709-4 


 

[detopia-2016: Ordner   Umweltbuch   Horst.Hiller.1994 ]

1. Die grundlegenden Naturgesetze  (13)   Die Natur und der Mensch (13)  Der Systembegriff (14)  Die Hauptsätze der Physik (15)  Gleich­gewichts­zustände von Systemen (18)  Ungleichgewichtszustände von Systemen (21)  Der exponentielle Zerfall (23)  Die Zufälligkeit des Naturgeschehens (26)  Selbstorganisation (27)  Zusammen­fassung (28)

2. Die Erde als Lebensraum  (30)  Irdische Lebensbedingungen (36)  Das Land (33)  Das Wasser (35)  Die Luft (37)  Die Energie (39)  Zusammen­fassung (41)

3. Irdisches Leben (42)  Das Ökosystem (42)  Grundvorgänge im Ökosystem (44)  Dynamik eines Ökosystems (46)  Die biologische Evolution (48)  Die Sonderstellung des Menschen (52)  Die Vermehrung der Menschheit (54)  Zusammen­fassung (56)  

4. Unsere Zivilisation (58)  Die Technik (58)  Die Landwirtschaft (61)  Die Zivilisations­landschaft (63)  Die Industrie­gesellschaft (65)  Die Konsum­gesellschaft (69)  Das Verkehrs­wesen (73)  Die Informations­gesellschaft (75)  Die Waffentechnik (77)   Zusammen­fassung (80) 

5. Die Folgen der Technik  (82)   Die zerstörte Landschaft (82)  Die verunreinigte Luft (87)  Das verschmutzte Wasser (90)  Der vergiftete Boden (93)  Die vergeudete Energie (95)  Zusammen­fassung (98) 

6. Die Grenzen des Wachstums  (100)  Die Endlichkeit der Erde (100)  Wassermangel (102)  Hunger (104)  Rohstoff­verknappung (108)  Energieprobleme (109)  Die Verkehrslawine (113)  Müllhalden (114)  Zusammenfassung (115)

7. Gesundheitliche Schäden  (117)  Gesundheit und Medizin (117)  Die Auswirkungen der Technik (129)  Streß (122)  Krebs (124)  Aktives und passives Rauchen (127)  Gesundheitsschädigende Stoffe (128)  Gefährliche Chemie (130)  Radioaktive Schäden (132)  Zusammen­fassung (134)

8. Gesellschaftliche Probleme  (136)  Die Auswirkungen des Wachstums (136)  Arbeitslosigkeit, und Armut (137)  Alkohol und Drogen (140)  Aggressionen, Kriminalität und Terrorismus (142)  Zusammen­fassung (143)

9. Die bevorstehende Katastrophe  (144)  Der technische Fortschritt (144)  Das gestörte Ökosystem (147)  Der Artentod (148)  Der sterbende Wald (150)  Mögliche Klimaauswirkungen (153)  Das Inferno eines Nuklearkrieges (155)  Zusammen­fassung (157)

10. Der schuldige Mensch  (158)  Der Mensch als Triebwesen (158)  Ichsucht (159)  Habsucht (160)  Herrschsucht (163)  Verschwendungssucht (167)  Zusammen­fassung (169) 

11. Eine vernünftige Welt  (171)  Ökologie statt Ökonomie (171)  Naturgerechte Technik (176)  Gesundschrumpfen (177)  Der bescheidene Mensch (178)  Eine vernünftige Gesellschaft (180)  Naturschutz (184)  Energiewende (186)  Rohstoff­wiederverwendung (191)  Verkehrsberuhigung (194)  Zusammen­fassung (195) 

12. Prinzipien der Vernunft  (197)  Vernunft als Leitmotiv (197)  Natürliche Prinzipien (198)  Praktische Prinzipien (200)  Individuelle Prinzipien (201)  Zwischenmenschliche Prinzipien (203)  

  

Einleitung    1987 des Autors

Wenn Freiheit überhaupt irgend etwas bedeutet,
 dann das Recht, den Menschen das zu sagen,
 was sie nicht hören wollen.  (George Orwell) 

11-12

Der Mensch ist das einzige vernunftbegabte Lebewesen auf unserer Erde. Handelt er aber auch immer vernünftig? Zwingen uns nicht die heute erkenn­baren negativen Folgen seines Wirkens zu einer Verneinung dieser Frage? Der Mensch meint zwar — wenigstens in allen lebenswichtigen Fragen —, Vernunft walten zu lassen. Doch diese vermeintliche Vernunft zerstört nicht nur unsere Umwelt, sie gefährdet auch uns Menschen und droht letztendlich alles höhere Leben auf unserem Planeten auszulöschen.

Damit wäre eine Milliarden Jahre dauernde Aufwärtsentwicklung, die schließlich in der von unserem menschlichen Geist geprägten Kultur gipfelte, in wenigen Jahren zu einem jähen Ende gekommen.

Unser Denken und Handeln ist nicht nach Werten ausgerichtet, die unsere Zukunft sichern. Statt Vernunft üben wir vielmehr nur manipulative, scharfsinnige Intelligenz. Unter Hintanstellung des Gemeinwohls gehorch­en wir nur kurzsichtig unseren Eigeninteressen, um ein bequemes, genußreiches, ja verschwender­isches Leben zu führen. Dabei brauchen wir alle Schätze der Natur in kürzester Zeit bedenken-, ja verantwortungs­los auf.

Und wir hohnlachen allen noch so gerechtfertigten Befürchtungen einer bevor­stehenden Katastrophe und allen Mahnungen zu einer vernünftigen Lebens­weise. Lange genug wird schon gewarnt, doch keine entscheidenden Schritte wurden bisher unternommen, die drohende Katastrophe abzuwenden.

Angesichts der erschreckenden Aussichten und aus Sorge für unsere und unserer Kinder Zukunft ist eine kritische Betrachtung des Menschenwerkes, unserer Zivilisation, angebracht. Sie soll sich gründen auf der Darstellung der grundlegenden Naturgesetze, auf der Beschreibung unseres engen irdischen Lebensraumes mit dem darin entstandenen Leben. Dann wird unsere Zivilisation in ihren verschiedenen Erscheinungsformen diskutiert. Es schließt sich die Schilderung der verheerenden Auswirkungen von Technik und Wachstum auf die Natur und den Menschen an. 

Die Zeichen deuten auf eine bevorstehende Katastrophe hin, als Folge unseres von Gier bestimmten Handelns. Schließlich werden Möglichkeiten einer auf Vernunft gegründeten Welt aufgezeigt. Es ist der Versuch einer konstruktiven Kritik in der vielleicht naiven Vorstellung, die nahende Katastrophe noch abwenden zu können.

Jeder einzelne ist aufgerufen, die gebotene Umkehr mitzuvollziehen. Allerdings wird es kaum ohne staatlich verordnete Maßnahmen gelingen. Dabei ist zu befürchten, daß sich unsere verantwortlichen Politiker, befangen in Wohlstands- und Wachstumsideologien und einer gewinnsüchtigen Lobby ausgesetzt, zu den verlangten drastischen Änderungen in ihrem Denken und Handeln nicht bereit finden werden. Dann wäre unser baldiges Ende vorausbestimmt. 

Trotzdem besteht immer noch etwas Hoffnung, daß wir uns besinnen, uns unserer Verantwortung gegenüber Natur und Menschheit bewußt werden und uns zu entsprechend vernünftigern Handeln entschließen.

Es kann nicht Aufgabe dieses Buches sein, alle Tatsachen bis in alle Einzelheiten zu schildern. Sie können schon in genügend einschlägigen Abhandlungen nachgelesen werden, von denen einige im Anhang aufgeführt sind. Im Folgenden sollen vielmehr in großen Zügen die Zusammenhänge aufgezeigt und dem Leser ökologisches Denken nahegebracht werden. Das aufgeführte Zahlenmaterial beruht meist auf Schätzungen, die von Quelle zu Quelle variieren. Es stellt daher keine genauen Werte dar und kann nur Größenordnungen andeuten.

Jedem Kapitel ist auch ein Wort des berühmten Seattle, Häuptlings der Duwamish-Indianer, vorangestellt. Seine Rede an den Präsidenten der USA 1855 mag zwar in ihrer Authentizität umstritten sein; sie spiegelt jedoch eindrucksvoll die Lebensauffassung der Indianer wieder, der Natur verbundenen Menschen, die wie viele andere Lebewesen auf dieser Erde dem Zivilisationsmenschen unterlagen und von ihm ausgerottet oder in Reservate getrieben wurden.

Zum Schluß gilt mein Dank Frau Irene Schlichter für nützliche Literaturhinweise, meinem Sohn Robin für kritisches Korrekturlesen einiger Kapitel, sowie meiner Tochter Nikola für ihre Hilfe bei der Umschlag­gestaltung.

Im Heckengäu, Juni 1987
Max Albert  

 

Der Heckengäu ist ein Landschaftsgebiet zwischen Stuttgart und Pforzheim

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